Authentisch, nicht identisch

 In Tipps

Mut zum eigenen (unternehmerischen) Weg

Was macht uns authentisch? Worin unterscheiden wir uns von anderen? „Sei authentisch“, „sei ganz Du selbst“, „sei anders als andere“ – das sind die Buzz-Formeln unserer heutigen Zeit.

Authentizität hilft dabei, uns klar von der Masse abzuheben und unsere Besonderheit in den Fokus zu stellen. Sie definiert uns und zeigt offen, wofür wir als Mensch oder auch als Unternehmen stehen.

In der unendlichen Landschaft eines überbordenden Käufermarktes ist es heute überaus wichtig, spezielle Merkmale oder Maxime und somit einen Wiedererkennungswert zu entwickeln – sind die Grundsätze dazu noch mit einer gewissen Ethik verbunden, erfährt es wahrscheinlich eine große Resonanz.

Ein authentisches Unternehmen erreicht die Aufmerksamkeit von Kunden und Interessenten einfacher und kann überaus erfolgreich sein. „Sei Du selbst, sei authentisch“ 🙂

Authentizität im Einzelnen

Es ist noch gar nicht lange her, genau genommen mit dem Schritt in die Selbstständigkeit und Gründung unserer Kanzlei, da haben wir zum ersten Mal bewusst den Begriff „authentisch“ wahrgenommen.

Ob es um unsere Website, unser Logo oder unser Facebook-Marketing ging, immer wieder lautete die Empfehlung „seid authentisch“.

Seither haben wir „authentisch“ nicht nur in unseren Sprachgebrauch aufgenommen, sondern merken auch, wie wir uns und andere Unternehmen zunehmend daran messen.

Doch wann ist ein Unternehmer „authentisch“?

Auf der Suche nach Authentizität

Als authentisch wird gemeinhin eingestuft, wer glaubwürdig, zuverlässig und unverfälscht ist. Wikipedia meint dazu: Angewendet auf Personen bedeutet Authentizität, dass das Handeln einer Person nicht durch äußere Einflüsse bestimmt wird, sondern in der Person selbst begründet liegt.

Authentisch wirkt auf uns deshalb der Unternehmer, der mit sich selbst im Reinen ist, sich treu bleibt, zu seinen Überzeugungen steht und danach sowohl im privaten wie auch im unternehmerischen Umfeld handelt.

Das klingt nach einer großen Herausforderung! Doch wenn wir uns ein paar einfache Dinge bewusst machen und diese verinnerlichen, kann uns „Authentizität“ gelingen.

Wertvorstellungen

Unsere persönlichen Werte und Wertvorstellungen sind wie Wegweiser auf unserem Lebensweg. Sie machen uns aus, unterscheiden uns von anderen und bieten uns Orientierung.

Dies gilt auch auf Unternehmensebene. Die Werte des Unternehmens bilden das Fundament der Unternehmenskultur und fördern dessen Glaubwürdigkeit. Gelebte Unternehmenswerte machen Sie als Unternehmer und das Unternehmen als Organisation authentisch.

Definieren Sie also Ihre Werte und kommunizieren sie diese nach außen. Achten Sie dabei darauf, dass private und berufliche Wertvorstellungen möglichst im Einklang stehen, damit Sie stets aus tiefster Überzeugung handeln können.

Unser Unternehmen beispielsweise steht für „MEHR“. Wir möchten unseren Mandanten mehr bieten als reine Zahlen und Fakten, sondern ebenso Beratung mit Mehrwert bei Themen wie Digitalisierung, Steuern und Finanzen. Mit reiner Zahlenschieberei ist es nämlich nicht getan, es geht viel MEHR darum, den Unternehmer als Mensch wahrzunehmen und zu verstehen, in verschiedenen Situationen Lösungen anzubieten, evtl. Engpässe sicher zu umschiffen, neue Strategien zu erarbeiten und ggf. Unternehmensziele neu zu definieren – zum Wohl des Unternehmens.

Und wofür steht Ihr Unternehmen?

Schwächen zeigen

Schwächen sind menschlich und kein Grund, sie zu verbergen. Im Gegenteil, wer nie auch nur einen Fehler macht und scheinbar keinerlei Schwächen zu besitzen scheint, wirkt schon wieder nicht mehr authentisch. Alles im Leben hat Ecken und Kanten, nichts ist nur aalglatt.

„Die gerade Linie ist dem Menschen, dem Leben, der gesamten Schöpfung wesensfremd.“– Friedensreich Hundertwasser.

Wer sich (doch stets in einem gewissen Rahmen) authentisch selbst präsentiert, kommt im Leben besser an. Die meisten Menschen wissen, dass niemand frei von Schwächen ist und mögen es einfach viel mehr, wenn auch ein Unternehmen sich mit seinen Kunden auf Augenhöhe verständigt.

Man möchte von seinem Gegenüber gerne so wahrgenommen werden, wie man sich selbst wahrnimmt und wer sich dabei seiner eigenen Schwächen bewusst ist, wird im Umgang mit anderen authentisch und gleichzeitig auch großzügiger sein.

Finden wir also gute eine Balance zwischen Authentizität und Professionalität. Das ist menschlich und kompetent – gleichzeitig.

Weiterentwicklung

In unserem Streben nach Authentizität neigen wir womöglich dazu unsere eigene Weiterentwicklung zu vernachlässigen. So fühlen sich neue Verhaltensweisen oder Arbeitsweisen zunächst fremd und ungewohnt an und damit nicht „nach uns selbst“.

Wichtig ist deshalb, dass wir nicht vor unserer eigenen Weiterentwicklung unter dem Vorwand der Authentizität zurückscheuen – Authentizität kann sich durchaus immer wieder neu erfinden und andere Wege als bislang gegangen einschlagen.

Rollen akzeptieren

In unserem Alltag füllen wir ganz unterschiedliche Rollen aus – der großzügige Chef, der geschickte Verhandlungspartner, der hilfsbereite Nachbar und so weiter – und entsprechen damit zumeist den Erwartungen unseres Umfelds.

Auf der Suche nach Authentizität geraten wir deshalb schnell ins Grübeln. Bin das wirklich ich? Oder spiele ich nur irgendeine Rolle? Wer bin ich eigentlich wirklich?

So genau können wir Ihnen das natürlich nicht beantworten. 😉 Doch was all diese Rollen eint, sind Ihre Werte. Wenn Sie wissen, was Ihnen wichtig ist und wofür Sie als Mensch und Unternehmer stehen und danach handeln, dann sind Sie in all Ihren Rollen glaubhaft.

Nehmen Sie Ihre Rollen deshalb ruhig an, unsere Gesellschaft lässt uns da auch wenig Spielraum, aber bleiben Sie sich und Ihren Prinzipien stets treu.

Kleider machen Leute

Nutzen wir die Gelegenheit um kurz das Thema „Arbeitskleidung“ zu beleuchten. Denn recht häufig begegnet uns die Annahme, dass sich Authentizität durch einen besonders legeren und damit eben authentischen Kleidungsstil auszeichnet.

Wenn ich ein Unternehmen für Sportkleidung führe, kann sich meine Kundschaft bestimmt damit anfreunden, dass ich auch mal im Sportdress erscheine. Als Steuerberater*in würde es wahrscheinlich eher Stirnrunzeln und große Augen hervorrufen, wenn ich, gerade frisch vom Laufen und noch völlig außer Atem, bei meinen Mandanten aufschlage, um die aktuellen Bilanzen zu besprechen.

Authentizität ja – doch ist es angebracht, dass in bestimmten Berufen mit Kundenkontakt gewisse Formen gewahrt bleiben, denn Formen und Regeln geben ja auch einen gewissen Rahmen vor und bieten somit ein sicheres Auftreten auf dem Business-Parkett. Man weiß, innerhalb welcher Parameter man sich bewegt, um professionell zu bleiben.

Ein Forschungsergebnis der New Yorker Columbia Universität beschäftigte sich (passenderweise!) mit dem Thema „Dresscode“ und förderte Erstaunliches zu Tage: Sechzig Studenten testeten in einem Experiment, wie sich das Tragen von Kleidung auf den kognitiven Status auswirkt.

Hierzu wurden die Probanden angewiesen, sich im Wechsel sportlich bzw. formell zu kleiden. Heraus kam das spannende Ergebnis: „Kleider machen Leute“ und zwar nicht nur beim Auftritt in unserem Umfeld, sondern ganz explizit auch für uns selbst – unsere Kleidung beeinflusst unser eigenes Denken!

Besagte Studenten fühlten sich in formeller Kleidung wie Kostüm oder Anzug tatsächlich kompetenter und dachten abstrakter. Außerdem empfanden sie durch das Tragen ihrer formellen Garderobe mehr Stärke und Power – beim Tragen von legerer Kleidung hingegen weniger, dafür aber gleichzeitig weniger zwischenmenschlichen Abstand …

Gerade in Berufen mit Kontakt zu Kunden und Mandanten ist es wichtig, eine professionelle und höfliche Distanz zu wahren, um letztendlich auch objektiv und effizient arbeiten zu können. Es ist wirklich spannend, wie sich Kleidung letztendlich auch auf unsere eigene Psyche auswirkt.

Nehmen Sie es uns also nicht krumm, wenn unsere Arbeitskleidung weiterhin aus Anzug oder Kostüm besteht. Dies hilft uns beim abstrakten Denken! 😉

Neue Wege im Marketing

Viele Unternehmen setzen heute auf neue und erfindungsreiche Maßnahmen in Sachen Marketing und Werbung. Sie präsentieren sich, werden wahrgenommen, gehen dabei aber nicht aufdringlich vor. Denken wir an klassische und omnipräsente Werbung (z. B. in TV oder Zeitschriften), so wird diese gerne schnell mal weg gezappt oder überblättert.

Kaum noch mit herkömmlicher Werbung in Kontakt kommt, wer seine abendlichen Lieblingsserien über Streamingdienste genießt – sie erreicht ihn schlichtweg nicht mehr.  Beim Surfen im Internet nutzen viele User Adblocker, um einer ständigen Ablenkung durch Werbung und einem damit verbundenen erschwerten Surfen zu entgehen.

Man muss sich also etwas einfallen lassen, um bemerkt zu werden – viele Unternehmen reagieren inzwischen und gehen heute neue Wege. Authentizität ist einer davon!

Authentisches Marketing

Bei einem „authentischem Marketing“ geht es um die Persönlichkeit von Produkt und/oder Marke, nicht der Nutzen soll um jeden Preis im Vordergrund stehen, sondern z. B. ein ethisches Versprechen – wie Naturkosmetik ohne Tierversuche oder nachhaltige und fair produzierte Kleidung.

Es geht z. B. um eine klima- und ressourcenschonende Lebenseinstellung, um Haltung und Ethos. Ein gutes Beispiel für ein authentisches Marketing begegnet uns beim Einkauf von Getränken.

Beste Beispiele für authentisches Marketing: Innocent smoothies und Fritz-Kola. Betrachten wir Fritz-Kola näher – hier sind es zwei junge Unternehmer, die es mit den beiden bekannten Super-Giganten der braunen Limo aufnahmen und ein Produkt auf den Markt brachten, welches inzwischen äußerst beliebt ist und gerne getrunken wird.

Das Getränk ist weniger süß und enthält mehr Coffein, was besonders jungen Studierenden mit ausgiebigem Nachtleben (ob Clubbing oder hinter ihren Büchern büffelnd) sehr entgegenkommt 😉

Die Marke ist authentisch, sie stellt etwas dar und das gleichzeitig nicht um jeden Preis! Die Marke ist nicht aufdringlich, sie wirkt sympathisch und authentisch. Im Fokus steht nämlich ein bestimmtes Ansinnen: Fritz-Kola verwendet keine Kunststoffflaschen, ist bio und vegan – und traut sich, mit wirklich humorvollen und locker-flockigen Sprüchen zu werben.

Authentizität muss jedoch nicht zwangsläufig nur mit Produktion und Produkten zu tun haben, sie gilt für alle Branchen, wie z. B. Dienstleistungen, Computerbranche, den medizinischen Bereich, Unternehmensberatungen, Handwerksunternehmen, Gastronomie, u.v.m.

Was motiviert uns, authentisch zu sein?

Viele Unternehmen setzen heute ihren Schwerpunkt in Sachen Marketing auf Authentizität und Glaubwürdigkeit. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass die meisten Menschen ein sehr feines Gespür dafür, wenn Authentizität zum Erreichen von Zielen nur vorgetäuscht wird, wenn man sich quasi als „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ verkauft, es in Wahrheit aber nicht ganz so ist.

Im Zeitalter von sozialen Netzwerken ist Wahrhaftigkeit unbedingt angeraten, setzte zum Beispiel unzufriedene Kundschaft noch vor Jahren auf Korrespondenz per Telefon oder Brief (es gab ja auch kaum anderes), so werden Dinge heute auf Social-Media-Kanälen offen und für jedermann lesbar angesprochen.

Im Umgang 1:1 verrät uns zudem die Körpersprache, ob unser Gegenüber es ernst meint oder es aus Marketinggründen lediglich vorgibt …

Haben Sie sich schon ein authentisches Alleinstellungsmerkmal für Ihr Unternehmen überlegt? Und wenn ja, kommunizieren Sie es hinreichend, so dass es Ihre Kunden (Neukunden wie auch Bestandskunden) auch gut erreicht?

In einem unserer bewährten Coachings können wir gemeinsam mit Ihnen eine gute Strategie für Ihr Unternehmen in Sachen Authentizität erarbeiten, um die individuelle Eigenschaft Ihres Unternehmens zu entwickeln und clever voranzubringen – für ein gutes neues Geschäftsjahr!

Liebe Blogleser*innen, ich habe mich beim Schreiben des Wortes „Authentizität“ unzählige Male verhaspelt, es ist aber auch ziemlicher Akt der Fingerakrobatik, dieses Wort in einem Rutsch stets fehlerfrei zu tippen 🙂

Bei uns im Garten schauen schon die ersten Schneeglöckchen aus dem Boden, die wärmeren Tage sind auf dem Vormarsch und rücken näher. So wie sich die Natur jedes Jahr quasi „neu erfindet“, blüht, wächst und gedeiht, so können sich auch Unternehmen neu erfinden, wachsen und gedeihen. Eine Prise Mut gehört dazu, plus das Wissen, dass man sich mit seinem Unternehmen in guten Händen befindet und bestens beraten wird. Wir unterstützen Sie gerne.

Kommen Sie authentisch durch den Februar – bis zum nächsten Blog!

Herzlichst, Ihr Team Everding + Schulz

Newsletter

Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme zu, dass meine Angaben im Rahmen der Versendung von Newslettern erhoben und verarbeitet werden.

Letzte Beiträge
Schreiben Sie uns!

Nicht lesbar? Text ändern. captcha txt