Getting Things Done

 In Tipps

Entspannt alle Dinge erledigen

Wer stets eine ganze Armada von Dingen zu erledigen hat, gerät oftmals in Stress und verliert schnell den Überblick.

„Ich muss noch den Bericht fertigschreiben, ich muss noch die Steuererklärung nachreichen, ich muss mich um die Bilanzen kümmern, der Berg von Post und E-Mails muss abgearbeitet werden, heute Abend ist Elternabend in der Schule, morgen steht die Klassenfahrt der Kinder an und ich muss noch soviele Dinge besorgen. Ach herrjeh, die Stromrechnung, völlig vergessen!“

Innerlich wird man immer aufgewühlter und sieht nur noch den Berg an Erledigungen vor sich, welcher schnell die Ausmaße eines Mount Everest annimmt und kein bisschen kleiner zu werden scheint …

Ständig kommen neue Aufgaben hinzu, was schnell bedeuten kann, dass die innere Ruhe dahin ist und man ziemlich kopflos agiert, dabei ist genau diese innere Ruhe samt Ausgeglichenheit der wohl wahrscheinlich wichtigste Faktor, um die vorliegenden Aufgaben Punkt für Punkt abzuarbeiten, dabei Prioritäten im Auge zu behalten und am Ende des Tages sagen zu können: „Ich habe alles geschafft!“

Nehmen wir als Beispiel die Oberfläche eines klaren Sees. Geht kein nennenswerter Wind, so bleibt die Oberfläche ruhig. Vielleicht fällt ab und zu mal ein Blatt in den See und erzeugt dabei kleine und gleichmäßige Schallwellen, jedoch bleibt das Wasser dabei klar, der Grund des Sees ist immer noch sichtbar.

Übertragen wir diese Metapher auf unsere Aufgaben, kann man sagen, dass man den Überblick hat. In der Ruhe liegt die Kraft, man ist seinen Aufgaben gewappnet, selbst wenn man viel zu tun hat.

Vielleicht ist es am Ende auch gar nicht so schlimm, wenn eine Aufgabe unerledigt bleibt oder erst am nächsten Tag bearbeitet wird, das aber erkennt man nur dann, wenn man bei all seinen Tätigkeiten ruhig und gelassen bleibt.

Wenn nun ein Sturm die Oberfläche unseres Sees aufwirbelt und damit Sediment, Sand oder Algen an die Oberfläche spült, so wird das Wasser trüb und wir können kaum noch den Grund des Sees sehen. Wir verlieren den Überblick.

Schlagen wir zudem noch mit einem Holzstab auf die Wasseroberfläche, so sehen wir überhaupt nichts mehr vom Grund und wirbeln unnötig alles nur noch zusätzlich auf. In diesem aufgewühlten Zustand wird es nun sehr schwer werden, unseren Berg an Aufgaben adäquat zu erledigen, unsere Gedanken springen hin und her und können kaum noch auf ein Ziel und dessen Erledigung fokussieren.

Auf diese Weise passieren Fehler, die wiederum weitere Fehler mit sich ziehen können und deren Korrektur am Ende mehr Kraft und Zeit kosten können, als das Erledigen der eigentlichen Aufgaben selbst.

Nun sind wir Menschen gefühlvolle Wesen und mit einem großen Spektrum an Emotionen ausgestattet, der eine mehr, der andere weniger. Manche Menschen haben buchstäblich „die Ruhe weg“, sind gut organisiert und erledigen alle anfallenden Aufgaben mit einer stoischen Ruhe, auch wenn der Terminkalender überquillt.

Andere Menschen wiederum sind Temperamentsbündel, fühlen sich von den anfallenden Aufgaben regelrecht „angefallen“ und fahren schneller aus der Haut, wenn etwas nicht so klappt, wie man es sich vorgestellt hat.

Schnell bringt man dann auch mal die Emotionen einer vorangegangenen (stressigen) Aufgabe in die nächste Aufgabe mit ein, steht noch völlig unter Strom und reagiert beispielsweise auf eine harmlose kleine E-Mail völlig übertrieben.

Eine Kundin stellt eine einfache freundliche Anfrage und erkundigt sich nach ihrem Auftrag, wann zum Beispiel ihr Auto fertig ist und sie es abholen kann – und man selbst bekommt es in den falschen Hals und hat das Gefühl, jetzt Berge versetzen zu müssen und reagiert entsprechend unangemessen. Im schlimmsten Fall ist man seine Kundin künftig los …

Um Aufgaben angemessen zu erledigen und gleichzeitig den Alltag drumherum zu meistern, braucht es in unserer immer schnelllebigeren Zeit ein System. An dieser Stelle möchte ich Ihnen gerne die GTD-Methode nach David Allen vorstellen, mit der viele Menschen (mich eingenommen) bereits sehr erfolgreich arbeiten und immer noch ausreichend Zeit für die eigenen Belange finden.

GTD – „Getting things done“ – Dinge erledigen. Eine ganz einfache Methode ist die klassische „To-do-Liste“ und im Prinzip läuft es (mit ein paar Modifizierungen) auch darauf hinaus.

Mit GTD erstellt man übersichtliche Listen mit seinen Aufgaben – und mit welchen Schritten und in welchem Zeitrahmen man diese umsetzt. Wichtig ist, dass man hierbei realistisch bleibt. Auf diese Weise schafft man sich die Zeiträume, die man braucht, um sein tägliches Pensum an Aufgaben zu erledigen, gleichzeitig ermöglicht uns GTD, mehr Zeit im Leben für die privaten Dinge zu haben, denn man geht „mit Methode“ vor.

Was wollte ich doch gleich?

„Oh je, das hatte ich ja gar nicht mehr auf dem Schirm … “ Unser Gehirn ist nicht einfach nur voluminös, es macht uns auch zu kreativen und genialen Denkern.

Denken wir nur an die monumentalen Bauwerke aus der Antike, jedem Gebäude ging zuvor ein genialer Gedanke voraus. Wir Menschen haben unglaubliche Dinge erdacht und geschaffen – was aber auch gerne mal in Vergessenheit gerät … und hier liegt der Knackpunkt: Unser Gehirn ist vergesslich, es verwirft und filtert aus.

Sind wir erst einmal im Flow, klappt alles wie am Schnürchen. Funken aber eine oder zwei Kleinigkeiten dazwischen, kommen wir unter Umständen komplett aus dem Takt.

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten gerade an einem wichtigen und etwas komplizierten Kundenauftrag oder Fall. Die Arbeit geht jedoch leicht von der Hand und macht Spaß. Sie sind mittendrin und nur minimal davon entfernt, eine wahrlich knifflige Situation zu entwirren, da kommt ein Kollege rein und möchte etwas Wichtiges wissen, gleichzeitig klingelt das Telefon und die Personalabteilung ist dran – der neue Bewerber kommt in ein paar Stunden und möchte gerne den Betrieb kennenlernen …

Natürlich hilft man dem Kollegen gerne weiter und natürlich vereinbart man einen Termin mit dem neuen Bewerber und damit Kollegen in spe … Ja und schon ist man aus seiner Aufgabe komplett raus und muss sich wieder neu einfinden … “ Was wollte ich doch gleich?“ Die Lösung ist schlimmstenfalls weg, der Gedanke ist weg, man muss sich erneut das Hirn zermatern.

Gerade Menschen in Wissensberufen müssen jeden Tag zig Aufgaben und Projekte meistern und ständig kommt noch Neues hinzu. Dabei arbeitet man nicht hermetisch abgeriegelt, sondern hat seine Tür stets offen für Kollegen oder auch Kunden/Klienten. Man versucht, alles Wichtige im „Hinterköpfchen“ zu behalten und sammelt auf diese Weise ganz viel Datenballast in seinem Kopf an. Festplatte überfüllt!

Am Ende wissen wir dann gar nicht mehr, wo uns der Kopf steht und was wir überhaupt wollten … Unser Gehirn arbeitet nämlich im Hintergrund unermüdlich an den Lösungen aller Aufgaben, auch wenn einige von ihnen jetzt gerade nicht anstehen.

Und wenn wir gerade in einer Aufgabe stecken, kann es sein, dass auch wieder hier unser Gehirn sich meldet, uns ablenkt mit „Du musst noch …“ und uns gleichzeitig ungebeten mit Lösungsmöglichkeiten von anderen Aufgaben drangsaliert, dass wir am Ende kaum „etwas gebacken bekommen“.

Gedankensalat

Ich vermute mal, dass viele von Ihnen, liebe Blogleser*innen, diesen Gedankensalat bestens selber kennen und eventuell auch fürchten. Was aber kann man tun, um dieses Chaos zu entwirren? Schlagen wir wieder einen Bogen zu GTD:

GDT ist ein sehr einfaches und dennoch mächtiges System, welches uns hilft, sämtliche Kontrolle über unseren Alltag (mit allen Aufgaben) wiederzuerlangen und zu behalten. Es ist recht einfach in der Handhabung und schenkt uns dabei kostbare Zeit. Ihre künftigen Werkzeuge?

  1. Sammeln Sie alles, was ansteht und Ihre Aufmerksamkeit benötigt. Sammeln Sie dies aber nicht in Ihrem Kopf als kursierenden Gedankenwust, sondern schreiben Sie es erst einmal in Form einer Liste auf – entweder zu Papier gebracht oder noch besser digital angelegt. Das papierlose Büro.
  2. Verarbeiten Sie bei jeder Aufgabe, worum es genau geht und wie Sie diese Aufgabe bearbeiten müssen, um sie ordentlich zu erledigen. Kalkulieren Sie am besten auch die Zeit ein, welche Sie hierfür benötigen werden. Brauchen Sie dann tatsächlich doch etwas weniger Zeit, umso besser 🙂
  3. Organisieren Sie Ihre Aufgaben und ordnen Sie sie nach einem entsprechenden Zeitrahmen an. Wofür haben Sie eine Woche oder länger Zeit? Was ist täglich zu tun? Welche Zeittermine haben Sie? Ein Wochenplan kann hier sehr hilfreich sein.
  4. Durchsehen und kontrollieren Sie regelmäßig, was wann wo ansteht. Haken Sie ab, was Sie bereits geschafft haben und überprüfen Sie, was als nächstes an der Reihe ist.
  5. Erledigen und instant abarbeiten – schauen Sie in Ihre Liste, welche Aufgabe Sie als nächstes ausführen möchten – und tun Sie es direkt und ohne Umschweife 🙂 Lassen Sie sich nach Möglichkeit nicht ablenken.

Das ist schon das ganze Geheimnis von GTD. Mit dieser Methode sorgen Sie für Überblick und Ruhe und können Ihre Pausen künftig ganz anders genießen, weil Sie nun auf einen Blick sehen können, was Sie bereits geschafft haben und was noch vor Ihnen liegt. Die Oberfläche „Ihres Sees“ bleibt also klar, Sie können bis auf den Grund schauen und verzetteln sich künftig nicht mehr.

Doch halt … Ein bisschen mehr braucht es schon noch. Es hilft ja nicht viel, wenn man sich seine Liste erstellt hat und ein Großteil der Aufgaben doch sehr viel Kapazität in Anspruch nimmt, weil man sehr viel Zeit benötigt, seine täglichen Werkzeuge zu suchen … Wer Ordnung hält ist nur zu faul zum Suchen? 😉

Ordnung ist das halbe Leben

Ordnung ist wirklich das halbe Leben, dieses Sprichwort erfährt in unserer immer komplexer werdenden Zeit eine Renaissance! Ordnung ist nicht „spießig“, sie verhilft uns zu mehr Zeit und somit zu mehr Lebensqualität.

Jeder Mensch, der mit Werkzeug arbeitet (ob PC, Schraubenschlüssel oder Operations-Besteck) und sein Werkzeug direkt vor der anstehen Aufgabe erst einmal mühselig zusammensuchen und reinigen muss, bevor er überhaupt anfangen kann, verschenkt viel wertvolle Zeit.

Mit dem Arbeitsplatz in Büro oder Home-Office und der damit verbundenen Organisation des Notebooks sieht es nicht anders aus. Wenn die Dateien einzeln über das ganze System verstreut irgendwo auf dem Laufwerk C herumschwirren, ohne sauber in Ordnern mit entsprechenden Verzeichnissen abgespeichert zu sein, wird man einen Großteil seiner (Arbeits)Zeit benötigen, diese Dateien zu suchen.

Hat man Wartung und Aufräumen des Rechners immer wieder auf die lange Bank geschoben, wird das Suchen zudem noch länger dauern, weil irgendwann das ganze System lahmt. Hält man hingegen Ordnung und sein System immer auf dem neuesten Stand, finden sich alle benötigten Dateien am Ende fast wie von selbst 🙂

Seien Sie stets vorbereitet

Stellen Sie einfach immer sicher, dass alles an Ort und Stelle vorhanden ist, wo Sie es brauchen. Ihr Schreibtisch ist Ihre persönliche Schaltzentrale, er ist das Herzstück für Ihr tägliches Wirken.

Richten Sie Ihren Desk so ein, dass Sie alle Utensilien schnell griffbereit haben und legen Sie diese nach dem Einsatz immer wieder an die dafür vorgesehene Stelle zurück. Wie oft sucht man sonst einen Stift …?

Ihr Arbeitsplatz sollte stets „Ihr Arbeitsplatz“ bleiben, teilen Sie ihn nicht mit anderen, niemand darf etwas wegnehmen oder abstellen, Ihr Schreibtisch ist kein Selbstbedienungsladen für Stifte oder Papier – auch kein Parkplatz für Kaffeetassen oder gar Pizzakartons, die nicht von Ihnen stammen …

Statten Sie also Ihren Arbeitsplatz gut aus, schaffen Sie Platz und ordnen Sie die Dinge so an, dass Sie gut und bequem daran sitzen und schreiben können. Besorgen Sie sich Aktenordner, Kalender, Terminplaner sowie Postkörbchen für Unerledigtes und Erledigtes, soweit Sie in Papierform arbeiten.

Für Ihr digitales Büro empfehlen wir eine übersichtliche Ordner-Struktur. Außerdem wäre ein Datenmanagementsystem ideal, so behalten Sie stehts den Überblick.

Back to GTD – die Thematik näher betrachtet

Befassen wir uns  etwas genauer mit den Arbeitsschritten und beginnen wir mit dem Sammeln und Notieren.

Notieren, um den Kopf frei zu bekommen

Praktisch ist es immer ein Notizbüchlein einzustecken, denn viele Dinge können uns auch immer mal zwischendurch einfallen. Bestens geeignet für solche Notizen ist auch das Smartphone. Dieses haben wir ohnehin immer dabei. 😉

Dort notieren Sie alle Aufgaben, aber auch Ideen/Geistesblitze, denn eine vergessene Idee kommt meist nicht wieder und verpufft am Ende ungenutzt – dabei hätte sie durchaus genial werden können.

Alles, was wir uns notieren, müssen wir zudem nicht mehr im Kopf behalten und können uns somit ganz auf die Erledigung unserer Aufgaben konzentrieren. Unsere Sammlung ist unser persönliches Posteingangskörbchen, unser Auffangbecken für Aufgaben, aber auch für Ideen und Skribbeleien, die später wichtig werden (könnten).

Manche kreativen Ideen kommen in der Kaffeepause und verschwinden mit dem letzten Schluck Kaffee aus der Tasse im Nirvana – ja schade! … Unbedingt notieren!

Beim Sammeln geht es im Prinzip um einen Platz, an dem alles zusammengetragen wird, was wichtig ist – um es jederzeit schnell und sicher wiederzufinden – „in Stein gemeißelt“ und nicht in einer hinteren Hirnwindung verloren gegangen.

Wenn Ihnen also zwischendurch einfällt, dass Sie noch unbedingt auf den letzten Drücker Ihre Kfz-Steuer überweisen müssen, dann notieren Sie das umgehend – auf diese Weise haben Sie nämlich den Kopf wieder frei für ihre jetztige Aufgabe und müssen nicht versuchen, sich dies zu merken. Sie haben es notiert und können es dann später in Ruhe zuhause per Online-Banking überweisen. Somit bleiben Sie im Hier und Jetzt und im Flow – und verlieren keine kostbare Zeit.

Manche Leute nutzen zum Sammeln von Aufgaben und Ideen gerne Post-It-Zettel, was jedoch eine regelrechte Zettelwirtschaft mit sich bringen kann. Manches Genie beherrscht das Chaos, doch eine entsprechende App auf dem Smartphone schenkt noch einmal zusätzlich Ordnung. Auf diese Weise bleibt alles in Reichweite und schnell einsehbar.

Check-Point

Verarbeiten und Durchsehen könnte man auch gemeinsam betrachten, da das eine mit dem anderen durchaus einher gehen kann. Checken Sie Ihre Notizen regelmäßig und halten Sie alles stets aktuell.

Bereits erledigte Aufgaben können Sie enfernen und zum Beispiel in einen Ordner mit dem Label „erledigt“ verschieben. Somit müssen Sie nicht erst lange suchen, was als nächstes ansteht, sondern finden schnell zu Ihren jetzigen Aufgaben.

Auch hier ist Ordnung wieder „das halbe Leben“. Ein guter Zeitpunkt, um seine Sammlung aufzuräumen, ist beispielsweise einmal wöchentlich zum Wochenende hin. Schauen Sie in Ihre Notizen und vergewissern Sie sich genau, worum es geht.

Muss der Notiz eine Aktion folgen und wie lange wird es circa dauern? Lautet die Notiz „Omas Geburtstag am Freitag“, dann wissen Sie, dass Sie noch frische Blumen besorgen müssen. Notieren Sie das. Wann haben Sie hierfür Zeit? Ah, Donnerstag – da sind Sie bei einem Kunden vor Ort und in diesem Bezirk gibt es einen wunderschönen Blumenladen, an dem Sie schon x-mal vorbeigangen sind und das Schaufenster bewundert haben. Passt – notiert! Zeit? Ca. 15 Minuten …

Haben Sie zu Donnerstag den Blumenstrauß oder ein schönes Gesteck besorgen können, so ist das erledigt, Sie können ein Häkchen setzen und die Aufgabe dann beim wöchentlichen Aufräumen als „erledigt“ labeln.

Die Zeit im Auge behalten – Aufgaben, die Sie schnell erledigen können, z.B. Telefonate führen, setzten Sie auf eine extra Telefonliste, mit Datum versehen, bis wann Sie wo angerufen haben müssen. Telefonate sind in der Regel schnell abgearbeitet, wenn man nicht gerade in einer Warteschleife hängt. Aufgaben, die mehr Zeit benötigen, sind Projekte, hierzu kommen wir gleich.

Gut organisiert

Organisation – pflegen Sie Ihr „Post-Eingangskörbchen“ und verschieben Sie die entsprechenden Punkte an die richtigen Stellen.

Die meisten herkömmlichen To-do-Listen machen keinen Unterschied zwischen den Zeiten, also wann eine Aufgabe erledigt sein muss und wieviel Zeit sie benötigt, was zu erneuter Wirrnis führen kann. Also braucht es System.

Wenn Aufgaben über Telefonate oder das Bezahlen von Rechnungen hinausgehen und mehrere Schritte benötigen, so handelt es sich um ein „Projekt“. Legen Sie hierfür eine Projektliste an und nehmen Sie sich Zeit, die einzelnen Schritte zur Fertigstellung dieses Projektes kurz auszuarbeiten.

Ein Projekt kann z.B. sein „Wohnung renovieren“ oder „Reise buchen“, wenn man nicht pauschal bucht, sondern sich seine Route individuell zusammenstellt. Bleiben wir bei der Reise.

  • Wo möchte ich hin?
  • Wer kommt alles mit?
  • Wo kommen wir unter?
  • Wie kommen wir dahin?
  • Wann gehen die entsprechenden Flüge?
  • Wie kommen wir rechtzeitig zum Flughafen?
  • Wird womöglich vorher noch eine Nacht im Hotel benötigt?
  • Wie kommen wir vom Airport zur Unterkunft?
  • Wo buchen wir einen Mietwagen?
  • Gibt es dort ein gutes ÖPNV-Netz?
  • Wo können wir Lebensmittel kaufen?
  • Wo gibt es dort für alle Fälle einen Arzt sowie einen Kinderarzt oder Zahnarzt?
  • Was möchten wir uns alles ansehen?
  • Was für Wanderungen wollen wir unternehmen?
  • Sind unsere Pässe noch aktuell?
  • Haben wir eine Reiseversicherung?
  • Brauchen wir eine Auslandskrankenversicherung?

Und und und …

„Reise buchen“ – das sind zwei einfache und schnell notierte Worte. Die ganze Serie an Aufgaben jedoch, welche damit verbunden sind, können durchaus einen ganzen Tag in Anspruch nehmen 🙂 Eine Reise zu buchen ist somit ein Projekt, also immer ausreichend Zeit mit einplanen.

Erledigt!

Ärmel hochkrempeln und anfassen, einfach machen – getting things done 🙂 Der Bügelberg im Schlafzimmer wird nicht weniger, wenn ich darüber sinniere, wie wenig ich doch Bügeln eigentlich leiden kann, das kümmert die knittrige Wäsche kein bisschen, sie bleibt gleichmütig zerknittert und denkt nicht daran, sich von selber zu bügeln, auch morgen und übermorgen nicht. Irgendwann dann ist der Schrank leer …

Sicher könnte ich die Arbeit delegieren und eine Bügelfee engagieren, denn auch das gehört zum Feld der Erledigung. Ich muss nicht alles selber machen, sondern kann mich auch darum kümmern, dass Aufgaben erledigt werden, denn am Ende zählt, dass die Aufgabe erledigt wurde und ein Häkchen bekommt. Wieder was geschafft!

Ideen?

Ihre netten Sitznachbarn in der S-Bahn kommen aus Spanien, Sie verstehen kein Wort und lauschen dennoch gebannt der Phonetik dieser schönen Sprache. Sie haben schon immer einmal vorgehabt, Spanisch zu lernen, diesen Wunsch aber immer wieder vergessen? Notieren Sie ihn sich dieses Mal…

Schaffen Sie in ihrem GTD einen Platz für alle Ideen und Vorhaben, die als Geistesblitz, also als Impuls für eine Idee entstanden sind. Sie werden dieses zwar jetzt nicht auf der Stelle angehen, aber doch in Zukunft – wenn Sie es nicht wieder vergessen!

Notieren Sie also auch alles, was keine unmittelbare Aktion erfordert, aber doch in Ihre Zukunft mit einfließen soll. Beispielsweise das Erlernen einer Fremdsprache, das Ziehen des eigenen Kräutergartens auf der Küchenfensterbank, der Salsa-Kurs – oder welche Bücher Sie unbedingt lesen möchten und zu welcher durch Vulkane geschaffene Landschaft in Deutschland Sie gerne pilgern möchten. Gab es hier nicht auch einen Geysir? …

Wenn Sie beispielsweise im Radio Tipps und nützliche Informationen hören, so schreiben Sie sie auf oder speichern Sie diese in Ihrem elektronischen Notizbuch als Referenzmaterial. Das kann ein interessanter Reiseort sein oder die Werbung für den neuen Italiener, der gleich bei Ihnen um die Ecke neu aufgemacht hat. Auf diese Weise trage ich übrigens auch die Ideen für unseren Blog zusammen. 😊

Der altbewährte Terminkalender

Auch der klassische Terminkalender ist Teil von GTD und funktioniert hervorragend als Gedächtnisstütze für Dinge, die von Uhrzeiten abhängig sind, wie Arzttermine, Meetings mit Kunden oder Klienten, Elternabende (wenn Sie eine Familie haben), Theaterbesuche – alles, was zu festen Uhrzeiten stattfindet. Um diese festen Termine bauen Sie dann die Aufgaben, die lediglich eine Deadline haben und ansonsten an keine festen Zeiten gebunden sind, elegant drumherum 🙂

Während der eine gerne auf Papier notiert, tippt der andere lieber auf elektronischem Weg in das entsprechende Gerät. Papier hat sicher den Vorteil, dass weder Strom noch Gerät nötig sind, man braucht lediglich ein Schreibgerät in Form eines Stiftes, um sich seine Notizen zu machen.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich jedoch sagen, dass mir persönlich GTD auf elektronischem Wege am effizientesten scheint. Auch wenn man seine Aufgaben sowie Geistesblitze und Ideen erst einmal klassisch in ein Notizbüchlein schreibt, so empfiehlt es sich durchaus, diese später in ein elektronisches Medium zu übertragen. Auf diese Weise kann man ganze Aufgabenketten erfassen, die sich eventuell aus einer einzigen Aufgabe ergeben können – und in die richtige Reihenfolge gebracht werden müssen, um sie effektiv und sinnvoll abzuarbeiten.

Unterstützung bietet hierfür speziell entwickelte Software. Wenn Sie im App Store gezielt danach suchen, finden Sie gleich mehrere GTD-Apps. Ausprobieren lohnt sich!

Auch ich habe für heute noch einige Aufgaben auf dem Schirm und freue mich schon darauf, sie zu erledigen. Gerade wenn man nicht im handwerklichen oder künstlerischen Bereich arbeitet und abends kein physisches Produkt in den Händen hält, so kann man auch anhand von GTD sehen, was man über den Tag so alles geschafft und zu einem guten Abschluss gebracht hat. Ich gebe zu, das erfüllt schon mit Stolz 🙂

Für das (bereits angebrochene) neue Jahr wünsche ich Ihnen ganz viel Freude beim Erledigen Ihrer Dinge sowie das gute Gefühl von Effizienz und ausreichend Zeit. Haben Sie Zeit, bleiben Sie im Flow! Bleiben Sie vor allen Dingen gesund und schaffen Sie sich durch GTD Ihre persönlichen Nischen für die Dinge im Leben, die Sie lieben, die Sie sich vorgenommen habe und auf die Sie sich regelmäßig freuen können.

Herzlichst, Ihre Svenja Everding vom Team Everding + Schulz

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