Home sweet Home-Office

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Trautes Heim, Glück allein?

Seit kurzer Zeit arbeite ich hauptsächlich im Home-Office. Diese Form der Beschäftigung ist für viele Erwerbstätige ein großer Traum. Es mutet einfach herrlich an, von zuhause aus arbeiten zu können – der tägliche Weg von und zur Arbeitsstätte fällt weg, kein dicht an dicht gedrängtes Stehen in der vollgepfropften U-Bahn; keine Lebenszeit wird im Stau verschenkt; man arbeitet fernab von Lärm und Ablenkung.

Für viele Menschen, die täglich zur Arbeit pendeln und zu einer bestimmten Uhrzeit an einem bestimmten Ort sein müssen, klingt dies nach purer Freiheit. Bei einer angenommenen Wegezeit von jeweils einer Stunde hin und zurück spart man in der Woche bereits zehn Stunden an Zeit ein.

Man arbeitet autark in völliger Eigenregie und kein Chef sitzt einem wartend oder gar fingertrommelnd im Genick 😉

Man braucht sich nicht mit Kollegen und deren kleinen Macken auseinanderzusetzen (von denen ich mich nicht ausnehme), kann sich jederzeit leckere Kaffeespezialitäten aus der eigenen heimischen (Tee)Küche holen – kurz gesagt: Home-Office bedeutet Selbstbestimmung und tiefste Entspannung pur … Ommm!?

Der goldene Mittelweg

Ich gebe zu, ich werke ausgesprochen gerne in meinem Home-Office. Vor der Arbeit gönne ich mir mein tägliches Morgenritual und informiere mich bei einem schönen Kaffee über die Neuigkeiten in meiner Branche. Doch gearbeitet wird eben auch in einem Home-Office und alles Gute ist, wie überhaupt überall, nie beisammen.

Was sich für viele Menschen im Prinzip nach einem Arbeitsplatz im Garten Eden anhört, bringt durchaus auch ein paar kleine Tücken und Kehrseiten mit sich. So gibt es z. B. auch die (noch) gängige Meinung, dass eine Arbeit nur dann „echte Arbeit“ sein kann, wenn man hierfür eine Arbeitsstätte aufsucht, wie eine Werkstatt, Labor oder ein Büro. Einige vermuten sogar, dass man im Home-Office oft den Tag im Morgenmantel auf dem Sofa vertrödelt, ein häufiger Konsument bei Streamingdiensten ist und gleich reihenweise spannende Serien guckt, anstatt auch nur irgendetwas zu arbeiten – um es mal ein bisschen übertrieben auszudrücken 😉

„Du hast es gut, Du kannst immer zu Hause sein!“ – dies ist ein recht häufig gehörter Satz, wenn man, gefragt nach seinem Arbeitsplatz antwortet, dass man im Home-Office tätig ist.

Das ist jedoch weit an der Realität vorbei geglaubt, denn die Arbeit im Home-Office ist für viele „home-worker“ eine wahre Herausforderung – sie verlangt wirklich strenge Selbstdisziplin und eine ordentliche und akkurate Tagesstruktur.

Es gibt durchaus home-worker, die sich wieder zurück nach ihrem vorherigen Berufsleben unter Kollegen sehnen, denn im klassischen Büroalltag ist die Aufteilung der Zeitfenster in Arbeitszeit und Freizeit viel klarer getrennt als im Home-Office.

Bleibt im Home-Office vormittags etwas liegen, arbeitet man es meist abends noch auf. Die Zeiten zwischen Arbeit und Freizeit sind hier eher fließend und greifen manchmal ineinander über – hier muss man schon ziemlich aufpassen, damit am Ende nicht jegliches Gefühl für den Feierabend verloren geht und man am Ende nur noch arbeitet! Es erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Selbstorganisation.

Wie können Sie als Arbeitgeber profitieren?

Inzwischen haben neben Freiberuflern und Selbständigen auch viele Arbeitnehmer den großen Wunsch, im Home-Office tätig zu sein, und sei es nur an einigen Tagen in der Woche.

Bei vielen Tätigkeiten ist dies theoretisch durchaus möglich, denn durch die digitale Vernetzung ist im Prinzip nicht mehr wichtig, wo die Arbeit geleistet wird, sondern lediglich, dass sie geleistet wird. Am Ende zählt das fristgerechte Ergebnis!

Möchte ein Unternehmer nun diesen Schritt wagen und seinen Mitarbeitern die Arbeit im Home-Office ermöglichen, so sollte er wissen, dass er hier fast kein Risiko eingeht, denn auf die Arbeit im Home-Office besteht kein dauerhafter Anspruch, die unternehmerische Freiheit – die Gestaltung des Unternehmens – obliegt natürlich dem Arbeitgeber.

Doch ein Versuch lohnt sich in jeden Fall, denn Nicholas Bloom (Wirtschaftsprofessor an der kalifornischen Elite-Uni Stanford) fand heraus, dass Mitarbeiter/Angestellte im Home-Office 13,5 Prozent produktiver gearbeitet haben als Kolleginnen und Kollegen im gleichen Unternehmen. Die home-worker arbeiteten länger und fokussierter, sie machten weniger Kurzpausen, wurden nicht so häufig krank und fühlten sich insgesamt in ihrem Berufsleben glücklicher!

Interessanter Nebeneffekt: Das an der Studie beteiligte Unternehmen konnte durch das Wegfallen der Büroarbeitsplätze seine Kosten senken.

Gesetzliches

Auch im Home-Office gilt das Arbeitszeitgesetz und die Mitarbeiter sollten nicht länger als Vollzeit, also acht Stunden, tätig sein. Sicher gibt es Flexibilität, z. B. bei einem erhöhten Arbeitsaufkommen. Aber auch hier gilt, dass die Mehrarbeit in den kommenden sechs Monaten wieder ausgeglichen werden sollte.

Die Arbeitszeit muss dokumentiert werden; im Home-Office wird der Mitarbeiter dies selbst tun und seinem Vorgesetzten dann zur Prüfung vorlegen. Wirklich sinnvoll ist es, eine feste Kernarbeitszeit einzurichten, in welcher der Mitarbeiter dann telefonisch oder via Skype für Besprechungen erreichbar ist.

Auch im Home-Office gibt es für angestellte Mitarbeiter die klassische Pausenregelung: Werden mehr als sechs Stunden gearbeitet, steht dem Mitarbeiter hierfür eine 30-minütige Pause zu. Auch müssen zwischen dem Arbeitsende und dem Arbeitsbeginn am kommenden Tag die gesetzlichen elf Stunden Ruhezeit liegen.

Wie sollte das Home-Office ausgestattet werden?

Wird im Home-Office regelmäßig und auf Dauer gearbeitet, so wirken auch hier die Arbeitsschutzbestimmungen und es gilt, bestimmte Faktoren zu berücksichtigen, wie die Größe des Zimmers, Ausleuchtung, PC, Tastatur, Arbeitsprogramme/Software etc.  Auch ergonomische Faktoren hinsichtlich der Arbeitsmöbel sind zu beachten, ebenso gilt im Home-Office die Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Bestimmungen.

Möchten Sie als Arbeitgeber Ihrem Mitarbeiter das Arbeiten von zuhause ermöglichen, so benötigen Sie ein „Zutrittsrecht zur Privatwohnung“, welches Sie zuvor mit Ihrem Mitarbeiter vereinbaren; hier müssen übrigens auch die Mitbewohner eingebunden werden.

Am besten erarbeitet man eine schriftliche Regelung zum Home-Office, in welcher festgehalten wird, an welchen Tagen der Mitarbeiter zuhause tätig ist, in welchem Zeitrahmen und wie die Erreichbarkeit geregelt werden soll, etc. – so beugen beide Seiten Konflikten vor.

Das liebe Geld

Wer bezahlt die Kosten für ein Home-Office? Die Arbeitsutensilien stellt in der Regel der Arbeitgeber. Doch muss er seinem Mitarbeiter Miete für das Home-Office bezahlen?

Interessante Frage … Das Bundesarbeitsgericht sagt hierzu, wenn der Mitarbeiter überwiegend im Home-Office arbeitet und ihm in den Geschäftsräumen des Unternehmens selbst kein Platz zur Verfügung steht, dann muss sich der Arbeitgeber entweder an den Betriebskosten des Arbeitszimmers beteiligen, oder den Raum selbst anmieten.

Und der Datenschutz?

Wird außerhalb des Betriebs gearbeitet, so sind besondere technische Maßnahmen umzusetzen, beispielsweise die kryptische Verschlüsselung von Daten oder die Anwendung eines VPN (Virtual Private Network). Der Monitor sollte nicht einsehbar sein und ggf. mit einer bestimmten Blickschutzfolie ausgestattet sein, welche Seitenblicke verhindert. Möglichkeiten für ein wirklich sicheres Home-Office gibt es da so einige.

Selbständig – Wege aus der Einsamkeit

Manchmal kommt auch die Frage: „Sag mal, fällt Dir denn zuhause nicht die Decke auf den Kopf?“ Nun, es kann durchaus auch vorkommen, dass man sich in seinem Home-Office ein bisschen einsamer fühlt, aber man hat auch tolle Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun.

Beispielsweise kann man sich an fest geplanten Tagen mit seinem Notebook zum Arbeiten zu einem Coworking-Space begeben. Einige Kollegen arbeiten gerne in einer Bürogemeinschaft, um dort in Gesellschaft tätig zu sein; andere setzen sich auch mal gerne in ein Café. Voraussetzung ist hier natürlich ein nicht einsehbarer Platz, Blickschutzfolie für den Screen sowie ein verschlüsseltes Notebook.

Um einer gefühlten Einsamkeit zu entkommen, reicht manchmal auch einfach ein Spaziergang um den Häuserblock aus; z. B. für ein süßes Gebäck samt einem kleinen Plausch mit der netten Bäckerin oder dem Zeitungshändler um die Ecke. Geht man immer zur gleichen Zeit aus dem Haus, so begegnet man unter Umständen auch immer den gleichen Menschen. Irgendwann wird sich bestimmt ein Gespräch entwickeln, also immer positiv denken!

Eiserne Disziplin 🙂

Das Home-Office erfordert, wie bereits erwähnt, eine gewisse Disziplin, die aber nicht jedem liegen muss. Zum Glück sind wir ja alle verschiedenen und das ist auch gut und muss so sein!

Eine Freundin von mir sagt klipp, klar und ehrlich, dass sie zum Arbeiten das Haus verlassen und woanders hingehen muss, weil sie sonst Gefahr laufen würde, eventuell nur noch im Nachthemd zuhause zu arbeiten. Ja, das ist durchaus verständlich und nachvollziehbar; gerade jetzt in der beginnenden, kühlen Jahreszeit ist man ausgesprochen gerne zuhause und verbindet seine eigenen vier Wände mit Gemütlichkeit und Behaglichkeit, Cocooning und wohligem Schlabberlook, warmen Wollsocken und „Messy Bun“, dem locker-lässig halbaufgelösten Dutt.

Dazu die schnurrende Katze auf dem Schoß und eine Kanne frisch gebrühten Ingwertee auf dem Tisch … natürlich lockt dazu auch noch im Hintergrund das bequeme Sofa mit der kuschelig warmen Wolldecke – also Laptop auf den Schoß und los geht‘s?

…nun, das hat in der Freizeit mehr als viel für sich, doch für eine Skype-Konferenz mit Kollegen und Mandanten ist das eher der nicht so geeignete Look 🙂 Was Kollegen und Kunden wohl denken würden, wenn man sich zur Skype-Konferenz gerade gemütlich aus dem Bett geschält hat und völlig verstrubbelt und noch nachtwarm in die Webcam winkt?

Das perfekte Outfit fürs Home-Office?

In einem Satz: Das gleiche Programm, als würden Sie zur Arbeit fahren! Geduscht, frisiert und vorzeigbar gekleidet. Sicher sind Sie vielleicht auch einmal krank und werden dann trotzdem ein paar Aufgaben erledigen wollen, womöglich im casual look. Das aber sollte die Ausnahme bleiben, besser ist es, erst gar nicht mit Nachthemd im Home-Office umher zu spuken.

Haben sich schlechte Gewohnheiten erst einmal etabliert, so ist diesen später eher schwer beizukommen. Kleiden Sie sich einfach der Arbeit entsprechend und beginnen Sie beschwingt und präsent Ihr Tagewerk, denn wie auch in einem Büro, so ist auch im Home-Office ein gewisser Dresscode unabdingbar, es ist also wichtig, sich hier den gleichen zeitlichen Vorlauf zu gönnen und sich genauso ordentlich zurecht zu machen und zu kleiden, als würde man ins Büro fahren.

Ein Home-Office ist ja letztendlich kein Chillout-Sofa, sondern ein toller Arbeitsplatz im heimischen Umfeld; es kann eine wahre Oase der Motivation sein, wenn man sich diesen Raum richtig schön nach seinem Geschmack eingerichtet hat – und kaum vergleichbar mit einem eher nüchtern gehaltenen Großraumbüro.

Sag mir, wie Du wohnst

Gerade zu Anfang, wenn man frisch gegründet hat, ist die Versuchung groß, im Familien- oder Freundeskreis nach Mobiliar zu fragen, welches nicht mehr gebraucht wird. Die Quintessenz ist dann meist ein Sammelsurium an Krimskrams, welches eher den Charme der Einrichtung in einer Kleingartenkolonie versprüht.

Auf lange Sicht fördert ein disharmonisches Inventar nicht unbedingt Kreativität und Motivation, im Gegenteil! Schnell hat man das Ganze über und die Gedanken werden täglich immer mehr von aufkommenden Renovierungsideen und -plänen in Anspruch genommen – plus das tägliche Mantra: „Der ganze Kram muss raus! Ich kann so nicht arbeiten!“

Besonders zu Beginn der unternehmerischen Tätigkeit, wenn es darum geht, Aufträge zu erarbeiten und einen soliden Kundenstramm oder Klientenkreis aufzubauen, wird man im Home-Office womöglich einhundertfünfzig Prozent geben müssen und entsprechend Zeit einplanen.

Die Ausstattung Ihres Arbeitsplatzes sollten Sie also so wählen, dass Sie sich darin rundherum wohlfühlen. Gestalten Sie sich Ihr Home-Office attraktiv und angenehm, z. B. mit einer schönen Wandfarbe, stylischen Tapete und ansprechenden Bildern. Ein paar Grünpflanzen lockern die Umgebung auf.

Wählen Sie das Mobiliar mit Bedacht aus, selbst wenn Sie Schreibtisch und Regale für den Anfang vielleicht erst einmal gebraucht kaufen möchten. Zusammengewürfelte Altmöbel vom Dachboden, die Ihnen noch zu schade für den Sperrmüll erscheinen, können Ihnen die Arbeit gehörig vermiesen.

Ihr Home-Office sollte niemals ein halbherziges Provisorium sein, sondern Ihr motivierender Ort zum Arbeiten und Geldverdienen.

Ihren häuslichen Arbeitsbereich also bitte nicht einfach nur mit Gerümpel bestücken, sondern am besten gleich vor Beginn so einrichten, dass man sagen kann: „Aber ja – hier fühle ich mich wirklich wohl, hier habe ich Ideen, hier arbeite ich gerne!“ Über Kleinanzeigen findet man zudem sehr schöne und zeitlose gebrauchte Büromöbel, welche bereits bestens aufeinander abgestimmt sind, wenn z. B. ein ganzes Büro aufgelöst wird.

Vorteil Gesundheit

Inzwischen hat er Herbst Einzug erhalten; neben dem wunderschönen Farbenspiel der Bäume in seinen satten und klaren Tönen bedeutet das auch, dass um uns herum wieder verstärkt geniest und gehustet wird und das Taschentuch seine jährliche Renaissance erfährt. Herbstzeit ist und bleibt Erkältungszeit; schnell hat man sich während seiner Arbeit im regulären Büro (oder auf dem Weg dorthin) mit Erkältungsviren infiziert – und/oder steckt vielleicht auch noch andere an. Viren leben ja davon.

Im Home-Office arbeitet man mehr für sich und ist somit weniger den grippalen Infekten des herkömmlichen Arbeitsalltags ausgesetzt – wenn die Kollegen (oder man selbst) um einen herum husten und ordentlich erkältet sind.

Raus ins Freie!

Ein weiterer Pluspunkt: Ein Home-Office ermöglicht auch das Arbeiten an der frischen Luft … solange die Internetverbindung reicht und man ein ruhiges Plätzchen im Garten findet, kann man auch bei schönstem Sonnenschein seinem Job nachgehen. Gerade bei diesem tollen und milden Herbstwetter der heutigen Tage genieße ich es sehr und die Arbeit geht viel leichter von der Hand, weil ich nicht sehnsüchtig aus dem Fenster schaue und bedauere, dass ich die wenigen hellen Stunden im Büro verbringen muss. 🙂

So gelingt die Arbeit im Home-Office

Wenn Sie die Möglichkeit und genügend Platz haben, so richten Sie sich am besten ein separates Zimmer für Ihre Arbeit ein. Dieser Raum sollte nach Möglichkeit über eine Tür verfügen und einen merklichen Unterschied (Abgrenzung) zu Ihrer Wohnung aufweisen. Klare Trennung: „Hier ist mein Büro – dort ist meine Wohnung.“ Ein Home-Office im Wohnzimmer zwischen TV und Gaming-Konsole der Kiddies wird den home-worker eher einiges an Nerven kosten, anstatt etwas ihm einzubringen.

Im Idealfall ist Ihr Home-Office nicht hin zur Hauptstraße gelegen, sondern ruhig. So kann man ungestört und ohne Geräuschkulisse arbeiten. Haben Sie Kinder, so erklären Sie Ihren Lieben, dass dies das Zimmer ist, in welchem Sie das Geld für die Familie verdienen und dass dieser Raum gesondert zu respektieren ist, das heißt: Kein Spielplatz, keine Bettenburgen – bei Fragen bitte vorher anklopfen 🙂

Das A und O: Sie brauchen einen guten und bequemen Bürostuhl zum Sitzen, ein Hocker aus der Küche reicht wirklich auch „fürs erste“ nicht aus, denn schon bald stellen sich Rückenschmerzen ein, wenn Sie keinen hochwertigen Drehstuhl haben und bei der Arbeit mitunter nicht merken, wie schnell die Zeit vergeht …

Die meisten Büros sind mit ausgezeichneten Drehstühlen ausgestattet, und es ist besser, hier lieber ein bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen und einen Stuhl zu kaufen, der Ihren Rücken gut stützt und Ihnen eine bequeme Sitzfläche bietet. Gehen Sie am besten in ein Geschäft zum Probesitzen; haben Sie keinen entsprechenden Laden in der Nähe, so können Sie auch einen guten Stuhl per Versandhaus bestellen. Nutzen Sie hierbei Artikelbeschreibung und die Bewertungen von vorherigen Kunden.

Es werde Licht!

Eine gute Ausleuchtung Ihres Home-Office ist essenziell, denn bei Kerzenschein und Dämmerlicht arbeitet es sich in der Regel nicht gut. Im Gegenteil: Man wird schnell müde und der Körper stellt sich auf ein Nickerchen ein – erst recht in der nasskalten Herbstzeit, wenn die Tage kürzer werden und das Tageslicht sich mit jedem Tag ein bisschen mehr verabschiedet. Schreibtisch und Tastatur sollten gut ausgeleuchtet sein und wenn Sie helle Wände und helle Gardinen bevorzugen, so reflektieren diese das Licht und der ganze Raum wirkt heller, freundlicher und motivierender.

Achtung Falle

Im Home-Office verläuft die Grenze von Arbeit und Freizeit eher fließend. Wenn man hier nicht aufpasst, findet man sich unter Umständen in einer der folgenden Fallen wieder:

Fallstrick Nummer 1 – die Haushalts-Falle:

  • „Eigentlich könnte ich doch vorher noch mal eben den Wäscheberg weg bügeln?“
  • „Hm, ich wasche jetzt schnell einmal ab!“ (um anschließend immer mehr zu finden und letztendlich die ganze Wohnung zu putzen)
  • „Ach, erst einmal einkaufen und kochen – und dann ist immer noch Zeit für die eigentliche Arbeit …“

Ganz ehrlich? Nein, das ist keine gute Idee! Es ist durchaus nachvollziehbar, denn man sieht die täglichen Baustellen in seiner Wohnung, wenn man von zuhause arbeitet. Hier der Spülberg, dort der Wäscheberg, dort die gähnende Leere im Kühlschrank … es ist hinderlich! Fangen Sie am besten gleich mit der Arbeit im Home-Office an, auch wenn es in der Wohnung aussieht, als hätte sich der Dschungel persönlich breitgemacht.

Die Erwerbsarbeit für den Lebensunterhalt sollte schon immer Priorität haben, starten Sie also besser gleich damit durch. Es sind Ihre Brötchen, die Sie im Home-Office verdienen.

Wenn Sie viel sitzen, so können Sie z. B. Ihre Mittagspause mit Bewegung, Erledigungen und Einkäufen verbringen, das ist eine gute Abwechslung, man kommt raus und verbindet das Angenehme mit dem Nützlichen.

Fallstrick Nummer 2 – die Privatgespräch-Falle:

Es wird immer Freunde und Bekannte geben, welche die Arbeit im Home-Office zuerst nicht ganz so ernst nehmen und zu jeder Tageszeit anrufen. „Du bist doch sowieso zuhause …“ oder „Nur ganz kurz …“, wenn man mitten im Workflow ist, prima vorwärtskommt und ordentlich „was wegschafft“. Man muss dringend selektieren, ob man jetzt ans Telefon geht, wenn die beste Freundin mit Liebeskummer anruft oder Telefonate von lieben Verwandten ankommen, die wissen, dass man zuhause ist:

  • „Nur ganz kurz!“ – um dann wieder stundenlang über das Leben zu philosophieren.
  • „Nur ganz kurz!“ – um dann wieder Trost bei Liebeskummer zu spenden.
  • „Nur ganz kurz!“ – um Schwiegermama, Mama oder Großtante bei Langeweile zu unterhalten oder bei anstehenden Entscheidungen zu unterstützen.

Aus dem „Nur ganz kurz!“ können sich tatsächlich Stunden entwickeln, die am Ende noch viel Kraft kosten, Gedanken beanspruchen und schließlich in der Arbeitsplanung fehlen oder spätabends nachgearbeitet werden müssen.

Für solche Fälle legt man sich am besten eine weitere Telefonnummer zu. Die meisten Telefongesellschaften bieten pro Anschluss bereits zwei Nummern an, so dass man hier ganz praktisch eine Nummer für sein Home-Office abzweigen könnte. Während der Arbeitszeit kümmert sich dann der Anrufbeantworter des privaten Telefons um die Lieben, welche man dann später in der Pause oder nach Feierabend zurückrufen kann.

Fallstrick Nummer 3 – die Futter-Falle:

Vor lauter Arbeit kann man schnell vergessen, anständig zu essen und besänftigt das wiederkehrende Magenknurren mal eben schnell mit kleinen köstlichen Kalorienbömbchen: Zuckerhaltige Snacks wie Müsli-Riegel, Weißmehlgebäck mit viel Zuckerglasur, Chips, Schokolade, Schnökerkram – alles, was schnell Energie gibt, aber auch ebenso schnell Gewicht ansetzt und dabei wirklich nicht gesund ist.

Nichts gegen die Fika mit Kaffee und Kuchen in der Pause, doch essen Sie unbedingt richtig zu Mittag. Schnelle Rezepte gibt es sehr viele und oftmals reichen ein Topf oder eine Pfanne für die schnelle Zubereitung einer gesunden Mittagsmahlzeit aus.

Fallstrick Nummer 4 – Die Überstunden-Falle:

Auch wenn Sie gerade voll im Workflow sind, Bäume ausreißen und bis morgen früh durcharbeiten könnten: Ihr Feierabend ist ein wichtiger Teil der Arbeit. Morgen ist ein neuer Tag und man braucht diese Pause zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn am nächsten Tag – um Kraft zu schöpfen und den Geist ein bisschen freizulassen. Auch familiäre Beziehungen und Freundschaften möchten gepflegt werden.

Wenn Sie Feierabend machen, dann machen Sie wirklich Feierabend und somit auch die Bürotür von außen zu. Zu Beginn im Home-Office kann man sich nämlich angewöhnen, dass man für den nächsten Tag schon vorarbeiten möchte – und für übermorgen und die ganze kommende Woche am besten gleich auch noch … wenn dann gegen 21 Uhr noch jemand im Office anruft, dann besteht die Gefahr, dass man diese Arbeit auch noch fix erledigt wissen möchte. Umso wichtiger ist es, dass man ab einer bestimmten Uhrzeit besser den Anrufbeantworter einschaltet und persönlich abschaltet – frei nach dem Motto: „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen“, denn sonst wird die Arbeit eine „Neverending-Story“ und man sitzt eventuell noch um 2 Uhr morgens an seinem Schreibtisch.

Die Pause ist ein sehr wichtiger Teil der Arbeit, ebenso der Feierabend. Er ist ein Muss zum Auftanken und um wertvolle Zeit mit der Familie oder Freunden zu verbringen, um ein Workout abzuhalten, ein bisschen zu sporteln, etwas Schönes zu kochen, einen guten Film zu sehen oder ein Buch zu lesen – oder um einfach nur einen schönen Spaziergang bei Sonnenuntergang zu machen und die blaue Stunde zu genießen. Feierabend ist Abschalten und verhindert ein Burnout.

Auf einen Blick:

Nachfolgend habe ich final in einer kleinen Liste zusammengefasst, welches die klaren Vorteile und Nachteile für ein Home-Office sind.

Die Vorteile:

  • Wegfall von Wegezeiten, somit ein Gewinn von Zeit und auch etwas längerer Schlafenszeit
  • Keine Leerzeiten im Stau
  • Weniger Infekte, weniger Ansteckung mit Erkältungsviren
  • Höhere Produktivität, Studien haben ergeben, dass die Arbeit im Home-Office produktiver geleistet wird.

Die Nachteile:

  • Isolation, wenig direkte Ansprache durch Kollegen
  • Höhere Betriebskosten, Heizung, Strom, Gas, etc.
  • Sehr viel Selbstdisziplin und Struktur nötig
  • Es gibt wenig Lob
  • Wenig gegenseitige Inspiration durch Kollegen

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sich ein Home-Office einzurichten, dann tun Sie es. Versuchen Sie es! Inzwischen ermöglichen auch immer mehr Arbeitgeber ihren Mitarbeitern, wenigstens an einigen Tagen der Woche im Home-Office tätig zu sein; es steigert die Produktivität und auch die Zufriedenheit des Mitarbeiters, und davon profitiert letztendlich das ganze Unternehmen. Haben Sie schon einmal mit Ihrem Chef darüber gesprochen?

Abschließend bleibt mir zu sagen: Ich bin wirklich dankbar, im Home-Office zu arbeiten und weiß dieses Privileg absolut zu schätzen. Meine Arbeit macht mir sehr viel Freude und für die Zukunft wünsche ich mir: Alles möge so bleiben, wie es ist 🙂 Wenn Sie bis hierhin „durchgehalten“ (und gelesen) haben und zudem noch Unternehmer sind: Haben Sie schon einmal über ein Home-Office für Ihre Mitarbeiter nachgedacht?

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