Neue Medien, neue Berufe

 In Trends

Steuerliches für Blogger, YouTuber und Influencer

Nicht nur in der Welt im Allgemeinen, sondern auch in der Arbeitswelt ist alles einem Wandel unterworfen. So werden manche alten Berufe selten und verabschieden sich irgendwann komplett – neue Berufe werden geboren und kommen hinzu.

Radmacher, Blaumacher, Köhler und Küfer haben heute einen wahren Seltenheitswert, dafür ziehen neue Berufe wie Blogger, YouTuber und Influencer mit frischem Wind und Esprit in die Arbeitswelt ein.

Beginnen wir zuerst mit ein paar Schlagzeilen aus der Presse: „Digitale Demenz“, „Das Internet macht dumm“, „Hirnforscher warnen: Hände weg vom Internet, Surfen macht dumm“. Wir wählen diesen heutigen, etwas gewagten Einstieg mit einem Augenzwinkern absichtlich, weil wir entgegen aller Skepsis behaupten können, dass wir hier ganz gegenteilige Erfahrungen gemacht haben.

Seit es das Internet gibt, ist es noch nie so einfach gewesen, an Wissen zu gelangen, sich weiterzubilden und sich auf direktem Weg mit den Themen zu beschäftigen, die uns interessant und relevant erscheinen.

Ein Netz an Wissen!
Durch das Internet kann man heute überall und jederzeit etwas nachlesen, studieren, stöbern und schmökern sowie die eine oder andere Bildungslücke schließen.

Auch Bibliotheken sind heute modern mit Internetzugang ausgestattet. Der Zugang zu Wissen besteht 24/7 und wer möchte, kann auch mitten in der Nacht auf diese Quellen zugreifen, beispielsweise wenn man eine Antwort auf eine drängende Frage sucht, die einen womöglich nicht schlafen lässt.

Inzwischen finden sich ganze Kurse im Internet. YouTube ist angefüllt mit Tutorials zu allen möglichen Themen wie
• Sprachen
• Webentwicklung
• Lifestyle
• Heimwerken
• Handarbeit
• Kochen
• Kosmetik
• Reisen
• Gesundheit
• medizinisches Wissen
• Fahrrad reparieren
• Grafikdesign
• Hilfe bei der Anwendung von Software
• Schreiben von Apps

Haben wir etwas vergessen? Garantiert, denn es gibt noch viel mehr. Eine wirklich fantastische Entwicklung hat hier stattgefunden, denn man hat auf diese Weise im Prinzip seine elektronische Bibliothek stets bei sich und kann jederzeit über Wissen verfügen und es anwenden; mit Köpfchen erweitert man seine Bibliothek im eigenen Kopf!

Das Ganze ist jedoch keine Einbahnstraße, während der Nutzer vom bereitgestellten Wissen profitieren kann, so profitieren auch diejenigen davon, die dieses Wissen bereitstellen, nämlich durch die Klicks ihrer Interessenten/Nutzer.

Blogger, Influencer und YouTuber
So konnten also durch Social-Media ganz neue Berufe entstehen, wie z. B. Blogger, YouTuber und Influencer.

Unter ihnen gibt es regelrechte Netzberühmtheiten – und so, wie viele Sportler Werbeverträge mit Unternehmen geschlossen haben, so können Unternehmen zielgruppenorientiert über Blogger und YouTuber ein für beide Seiten wirtschaftlich nützliches Zusammenwirken schaffen. Sie können auf diese Art nah an der jeweiligen Zielgruppe ihre Werbebotschaft platzieren – der Beruf des Influencers war geboren!

Bleiben wir kurz beim Blog, Sie lesen gerade unseren Blog, weil Sie sich vermutlich für Steuerberatung oder unsere Kanzlei im Speziellen interessieren.

Hinter dem Weblog (heute einfach Blog genannt) steckte ursprünglich die Idee des Online-Tagebuchs, man konnte seine Gedanken, Visionen und Erlebnisse auf elektronische Weise „zu Papier“ bringen und seine Leserschaft daran teilhaben lassen.

Heute hat sich jedoch der Charakter des Online-Tagebuchs – des Blogs – gewandelt, nämlich dass viele Blogs inzwischen intensiv ein ganz bestimmtes Thema behandeln und vom jeweiligen Autor regelmäßig mit Beiträgen (Content) versehen werden. Das geschieht nicht nur auf geschriebenem Wege, auch Fotos, Videos und Audionachrichten finden gerne Verwendung; zusammengefasst: Multimedia!

Multimedial
Der Blog ist nur ein Weg, um multimediale Inhalte ins Netz zu stellen, es gibt viele Kanäle für Social Media. Um einige Plattformen zu nennen:

 Facebook
 YouTube
 Google+
 Instagram
 Twitter
 Flickr
 Pinterest
 Snapchat
 Vimeo
 Tumblr
 Xing
 LinkedIn

Betrachten wir uns nun YouTube näher. Wer multimediale Inhalte produzieren und sich und seine Videoclips im Internet präsentieren möchte, braucht mit der heutigen Technik nicht unbedingt eine Ausbildung an der Filmschule.

Auch teures Aufnahme-Equipment ist nicht nötig, um beispielsweise als Influencer (Beeinflusser) für Firmen tätig zu sein – man braucht lediglich eine passable Anzahl an sogenannten Followern (Anhängern) – Interessenten, die regelmäßig und gezielt den YouTube-Kanal besuchen, um sich zu informieren und inspirieren zu lassen.

Der Inhaber des entsprechenden YouTube-Kanals verfasst multimediale Inhalte, welche ansprechend für die Zielgruppe sind. Gleichzeitig präsentiert er z. B. Produkte eines Unternehmens, wird so zum Influencer und kann hiermit durchaus seine Brötchen verdienen.

Gleichzeitig vergrößert das Unternehmen auf diese Weise seine Reichweite und profitiert durch mehr Umsatz.

Aus finanzieller Sicht betrachtet
Sobald nun Geld oder geldwerte Vorteile fließen, werden steuerrechtlich wichtige Fragen aufgeworfen, denn auch als Blogger, Influencer und YouTuber können Sie dem Umsatzsteuergesetz nach ein Unternehmer sein. Als Unternehmer gelten Sie, wenn Sie in Selbständigkeit Einnahmen erzielen, gewerblich oder freiberuflich.

Ob Sie hierbei wirtschaftlich erfolgreich sind, ist tatsächlich nicht relevant, zur Umsatzsteuer verpflichtet sein können Sie auch, wenn Sie ertragsteuerlich keine Einkünfte haben. Hätten Sie es gewusst?

Erhalten Sie als Influencer für Ihre Zeit und Reichweite kein Geld, sondern Produkte, die Sie behalten dürfen, z. B. Schmuck, Kleidung oder eine Uhr, dann ist dies zwar ein Tausch, aber bei diesem Tausch erzielen Sie einen sog. tauschähnlichen Umsatz.

Zahlt Ihnen das Unternehmen zusätzlich zur Ware noch ein Honorar, dann liegt ein sogenannter tauschähnlicher Umsatz mit Baraufgabe vor …

Sobald man mit seinem Blog oder einem YouTube-Kanal eine Gewinnabsicht und somit ein wirtschaftliches Ziel verfolgt, gilt man als steuerpflichtig. Ausreichend hierfür kann schon ein Werbebanner sein, welches auf dem Blog eingeblendet erscheint.

Das Internet ist im Prinzip ein noch junges Medium – selbst wenn wir es schon seit vielen Jahren nutzen und aus unserem Alltag nicht mehr wegdenken möchten. Doch aus diesem jungen Medium ergeben sich äußerst wichtige Fragen in Sachen Steuerrecht.

Auch wir im Team Everding + Schulz nutzen leidenschaftlich gerne das Internet und holen uns Tipps und Inspiration für alle möglichen Themen des Alltags – wir sind jedoch zugegebenermaßen im Gegensatz zu vielen anderen Nutzern ein bisschen „vorbelastet“ durch unseren Beruf.

Als Steuerberater sieht man alle Dinge mit einer gewissen Expertise und stellt sich innerlich unweigerlich die Frage nach den steuerlichen Konsequenzen.

Ist man in der virtuellen Welt als Blogger oder YouTuber aktiv, so sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass auch das Finanzamt im Internet surft und dass erzielte Einnahmen in jedem Fall versteuert werden müssen.

Doch die Medaille hat zwei Seiten, denn die Steuerpflicht bringt den Vorteil mit sich, dass die Arbeit des Influencers womöglich endlich als das anerkannt wird, was sie ist, nämlich Arbeit!

Viele Fragen, MEHR Antworten
Das Steuerrecht als Teil der Rechtswissenschaften ist für den Laien buchstäblich eine Wissenschaft für sich, es ist äußerst umfangreich und viele unterschiedliche Faktoren müssen berücksichtigt werden.

Bemüht man eine Suchmaschine, so wird man schnell feststellen können, dass allgemein gehaltene Antworten bei diesem komplexen Thema meist nicht weiterhelfen, denn diese können kaum das ganze Spektrum eines jeweiligen Falles mit seiner individuellen Fragestellung und allen dazugehörigen Fakten abdecken.

Fragen im steuerlichen Bereich können nur sicher behandelt werden, wenn jeder Faktor des Unternehmens (egal wie groß oder klein es ist) in die gesamte Betrachtung mit einbezogen wird. Jede Lösung ist hier ganz individuell und bedarf stets einer guten Beratung, welche MEHR sieht – nämlich gleichzeitig das große Ganze, wie auch das einzelne Detail im Kleinen.

Sie bloggen, betreiben einen YouTube-Kanal oder unterstützen als Influencer aktiv ein Unternehmen durch Ihre Reichweite? Oder lehnen Sie sich privat eher (so wie wir) entspannt zurück und genießen Sie den vollen Umfang des Internets als Konsument?

Egal, welche Art Nutzer Sie sind und wie Sie Ihre Zeit im WWW begehen und genießen, das Internet hat neue Berufe geschaffen und damit neue Tätigkeitsfelder auf dem Arbeitsmarkt – viele im freiberuflichen Sektor, mit entsprechenden steuerlichen Auswirkungen. Haben Sie hierzu Fragen?

Genau dafür sind wir da und unterstützen Sie in Steuerfragen gerne mit unserer Erstberatung. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

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