Unsere Fehlerkultur – ein Kulturfehler?

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Oder: Was wir von Pinguinen lernen können

Der Begriff „Fehlerkultur“ sorgt derzeit in vielen Unternehmen immer häufiger für interessante Diskussionen und wurde bekannt in den Neunzigern, als Japan vor den Augen der Welt einen atemberaubenden Wirtschaftsaufschwung hinlegte.

Was machten die Japaner anders als wir? Was war ihr Geheimnis?  Die Antwort auf das Rätsel fand man in der japanischen Fehlerkultur, also in der Art und Weise, wie man im Land der aufgehenden Sonne mit Fehlern am Arbeitsplatz umgeht.

Während man bei uns rückwirkend nach Schuldigen sucht, schaut man in Japan nach vorne und stellt sich die Frage: „Wie können wir es besser machen?“ Statt den Schuldigen zu sanktionieren, arbeitet man lieber gemeinsam konstruktiv an einer Lösung, welche Arbeit und Produktivität eines Unternehmens künftig verbessern soll.

Bei uns zuhause …

Wie halten wir es bei Fehlern? In unserer hiesigen Kultur führt ein Schnitzer am Arbeitsplatz meist zu großem Ärger, oft folgt entweder eine mündliche oder schriftliche Abmahnung, schlimmstenfalls die Kündigung.

Aufgrund dieser wenig erbaulichen Aussichten werden manche Fehler hierzulande verheimlicht oder vertuscht – wir sind also von einer positiven und konstruktiven Fehlerkultur noch weit entfernt, was sich letzten Endes als der größte aller Fehler herausstellen und den Mitarbeitern sowie dem Unternehmen insgesamt schaden kann.

Wir diskutieren also derzeit zwar über Fehlerkultur, sind aber gleichzeitig noch nicht in Reichweite einer adäquaten Umsetzung. Dass Fehler passieren können, gehört zu unserer menschlichen Natur.

Fehler werden sich nicht vermeiden lassen und sollten als real existierender und möglicher Teil unserer Existenz in unseren Arbeitsalltag mit einbezogen werden – um für die Zukunft daraus zu lernen. Denn erkannte und offen kommunizierte Fehler helfen sogar dabei, neue und bessere Wege für ein Unternehmen zu finden.

Um Schwachstellen zu erkennen, müssen jedoch erst einmal Fehler gemacht werden. Natürlich geht es hierbei nicht um Fehler in der Medizin oder im Bereich der Luftfahrt, es geht um allgemeine Fehler, die im täglichen Betriebsablauf eines Unternehmens auftreten können und oftmals aus Angst vor dem Chef oder der Teamleitung verschwiegen werden.

Wer erfährt schon gerne Sanktionen? Wer wird schon gerne gemaßregelt? Die berechtigte Frage ist auch: Wird das Problem durch Sanktionen und Maßregelung tatsächlich gelöst?

Auf Fehlersuche

Tatsächlich kann man mit Fehlern nämlich durchaus positiv und ohne Schuldzuweisung umgehen und neue Erkenntnisse aus ihnen gewinnen.

Eine produktive Fehlerstrategie ist wertvoll und nützlich; sie hilft, neue Lösungswege aufzuzeigen und ist somit eine wichtige Voraussetzung für eine weitere erfolgreiche Arbeit. Man könnte auch sagen, dass es eigentlich keine Fehler gibt, sondern nur Umwege – und „Umwege erhöhen die Ortskenntnis“ (Kurt Tucholsky)

Blicken wir erneut nach Japan. In der japanischen Kultur ist nicht der Fehler an sich unschicklich, sondern wenn man ihn zu vertuschen und zu verschweigen versucht. Ist durch den Fehler dem Unternehmen ein finanzieller Schaden entstanden, so möchte man dem Fehler noch etwas Positives abgewinnen und ihn künftig vermeiden.

Dazu muss dieser jedoch offen und angstfrei kommuniziert und benannt werden können. Wenn man, wie hierzulande, einen Fehler nicht offen anzusprechen wagt, weil man er ihn als peinlich oder ungehörig empfindet und außerdem Angst vor einer möglichen Bloßstellung hat, wird man eher versuchen, den Fehler heimlich unter den Tisch fallen zu lassen – was fatale Folgen nach sich ziehen kann.

„Wer noch nie einen Fehler gemacht hat, hat sich noch nie an etwas Neuem versucht“ (Albert Einstein)

Trial and error – Versuch und Irrtum

Die Natur praktiziert trial and error schon seit Anbeginn der Zeit. Wenn wir uns in der Erdgeschichte umschauen und zurückblicken, was da so alles an den unterschiedlichsten Spezies gekommen und wieder gegangen ist, so kann man durchaus behaupten, dass im Prinzip das komplette Universum auf trial and error basiert.

Wikipedia sagt hierzu, dass „Versuch und Irrtum“ (trial und error) eine heuristische Methode ist, Probleme zu lösen; bei dieser Methode werden so lange zulässige Lösungsmöglichkeiten ausprobiert und versucht, bis die gewünschte und zielführende Lösung letztendlich gefunden wird.

In drei Worten abgekürzt: Versuch macht klug 😉

In einem Wort gesagt: Ausprobieren!

Unfehlbar?

Viele Menschen behaupten tatsächlich von sich, nie einen Fehler zu machen. Was bedeutet das? Worauf basiert das? Bereits in Kindertagen lernen viele Menschen, dass Fehler „schlimm“ sind, Konsequenzen wie Strafen und Sanktionen nach sich ziehen und man für seine Fehler „büßen“ muss.

In der Schule eine schlechte Note zu kassieren, bedeutet unter Umständen, Ärger mit der Lehrkraft zu bekommen, vor der Klasse vorgeführt zu werden und hinterher noch Ärger mit seinen Eltern zu haben.

Dabei sind Noten lediglich ein Instrument, welches dem Schüler zeigen soll, wo er mit seinen Leistungen steht; Noten können ihm die Möglichkeit bieten, noch vorhandene Wissenslücken aufzuarbeiten und sich zu verbessern.

Kein Kind wird das aber gerne machen, wenn es zuvor ein kleines Trauma aufgrund seiner schlechten Benotung erlebt hat. Viele Kinder entwickeln somit Angst vor Fehlern und damit einhergehenden Sanktionen. Und anstatt dem Kind nun besser eine wertneutrale Hilfestellung zu geben und gemeinsam mit ihm zu analysieren, wie man die Dinge künftig besser gestalten und zum Positiven verändern kann, steht es buchstäblich in der Ecke und schämt sich.

Damit nimmt man ihm die wertvolle Möglichkeit, mit Erkenntnis und Logik aus dem Fehler (in diesem Fall die schlechte Note) zu lernen – und die Aufgaben künftig besser anzugehen.

So wie viele Kinder sich auch heute noch in einem unterschwelligen Angstmodus befinden, so befinden sich auch viele Arbeitnehmer in diesem Angstmodus, was sich im Berufsleben drastisch auswirken und auf Kosten der Ehrlichkeit gehen kann.

Ein „gebranntes Kind scheut das Feuer“, wie ein Sprichwort sagt, und das betrifft am Ende möglicherweise das ganze Unternehmen. In der Regel findet das Modell der Abstrafungen und Abmahnungen reichlich Anwendung, doch förderlich ist dies in den allerwenigsten Fällen.

Unter Umständen verabschiedet sich ein abgestrafter Arbeitnehmer erst innerlich aus dem Unternehmen, um dann später zu kündigen. Anschließend muss mühselig ein neuer Mitarbeiter gesucht, gefunden und eingearbeitet werden – und dann ist noch nicht gesagt, dass dieser neue Mitarbeiter nicht während der Probezeit kündigt und gegebenenfalls „weiterzieht“, wenn er stets perfekt und fehlerfrei sein soll …

Durch Abstrafungen und Rüffel kann es nämlich sein, dass man langfristig gesehen genau das Gegenteil erreicht; so kann es nämlich durchaus geschehen, dass ein Mitarbeiter künftig von Notlügen Gebrauch macht und Fehler abstreitet – um der Beschämung einer Strafe zu entgehen.

In einer konstruktiven Fehlerkultur geht man mit einem Fauxpas förderlich und freundlich um – gemeinsam suchen Mitarbeiter und Kollegen nach neuen Ideen und entwickeln Möglichkeiten, um es künftig besser zu machen.

Das kann man auch im Familienleben so handhaben, z. B. wenn man sich regelmäßig die Zeit für ein kleines Meeting (Familienrat) nimmt. Weil viele Firmen sozusagen so etwas „wie eine Familie“ sind, können alle gemeinsam an einer konstruktiven Lösung arbeiten, von der letztendlich alle im Unternehmen partizipieren.

Arbeitsalltag und Psyche

Einen großen Teil unserer Lebenszeit verbringen wir mit dem Verdienen unserer Brötchen und somit an unserem Arbeitsplatz. Viele Arbeitnehmer würden, vor die Wahl gestellt, freiwillig etwas weniger verdienen, dafür aber lieber in einem Job mit positivem Betriebsklima arbeiten, als Mensch wertgeschätzt und gut behandelt.

Durch unsere biologische soziale Natur sind wir im Allgemeinen sehr dankbar für Hilfestellung im Arbeitsalltag und schätzen es sehr, wenn man uns freundlich und verständnisvoll begegnet.

Ein Mitarbeiter, der bei einem Patzer keine Furcht zu haben braucht und diesen angstfrei kommunizieren kann, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft neue Anweisungen viel gewissenhafter und mit größerem Elan umsetzen, als jemand, der zuvor barsch behandelt und verbal abgewatscht wurde.

Kaum etwas kann ein Betriebsklima so nachhaltig beschädigen, wie ein unangemessener Ton. Der Ton macht auch hier (wie überall) die Musik …

Der Tagesspiegel aus Berlin berichtete im vergangenen Jahr, dass immer mehr Menschen wegen psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz fehlen: Bei knapp 250 Ausfalltagen je 100 Krankenversicherten wurde im Jahr 2016 in Deutschland ein neuer Rekord erreicht.

In zwanzig Jahren hat sich die Anzahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen mehr als verdreifacht. Das kann kaum zufällig sein.

„Los, kommen Sie gefälligst in mein Büro!“ – wer bei einem Fehler von seinem Vorgesetzten so angesprochen wird, wird innerlich kündigen und von einem neuen Job träumen – und auch danach suchen.

Wer mag es schon, bei einem Fehler barsch zusammengefaltet zu werden? Auch ist es wahrscheinlich, dass man bei einem weiteren Fehler Angst vor erneuter Zurechtweisung entwickelt und somit letztendlich immer unsicherer werden kann.

Angst ist ein guter Nährboden für weitere Fehler und je stärker man Fehler zu vermeiden versucht, umso mehr Fehler wird man womöglich am Ende machen …

Im Berufsalltag und nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass wir nun einmal Menschen sind, können Fehler nicht ausbleiben, wie auch?

Viele moderne Unternehmen wissen darum und nutzen regelmäßige Meetings und Team-Besprechungen, immer mit der Zielsetzung, das Projekt gemeinsam Stück für Stück zu verbessern sowie Schwachpunkte zu erkennen und zu analysieren.

Wie wäre es denn zu diesem Zweck mit einer kleinen, täglich gemeinsam begangenen Kaffeepause für das komplette Team? Wir kommen immer wieder auf die schwedische Fika zurück, merken Sie das? 😉

Wer nichts tut, macht auch nichts falsch

„Viele Menschen würden mehr aus ihren Fehlern lernen, wenn sie nicht so sehr beschäftigt damit wären, sie abzustreiten.“ (Pinterest). Hinzu kommt noch, dass es tatsächlich einfacher ist es, überhaupt nichts zu tun, als etwas falsch zu machen!

Wer also nichts tut, macht auch keine Fehler. Wer zur Arbeit einmal zu spät erschienen ist und dafür einen ordentlichen Rüffel kassiert hat, wird bei der nächsten Verspätung eventuell lieber spontan einen Tag Urlaub nehmen oder sich gleich krankmelden. Im Endeffekt wurde hiermit also nichts gewonnen.

Oft bemüht sich der Verursacher eines Fehlers aus Angst vor Nachteilen oder vor einer Blamage, seinen Fehler zu verheimlichen. Das kann für das jeweilige Unternehmen eine echte Gefahr bedeuten, denn je später ein Fehler entdeckt wird, umso höhere Verluste kann es für das Unternehmen nach sich ziehen.

Wird ein Fehler im Unternehmen beispielsweise schon während der Produktion entdeckt, so kann man ihn in der Regel schnell beheben und die fehlerhafte Ware aussortieren, bevor sie das Haus verlässt.

Hat jedoch ein fehlerhaftes Produkt die Firma verlassen und ist unbemerkt durch die Endkontrolle gerutscht, dann bemerken erst die Kunden, dass die von ihnen bereits gekaufte Ware Defekte aufweist.

Das kann den Ruf des Unternehmens schädigen, teure Rückruf-Aktionen sowie enorme finanzielle Einbußen mit sich bringen.

Andere Wege

„Wer arbeitet, macht Fehler. Wer viel arbeitet, macht mehr Fehler. Nur wer seine Hände in den Schoss legt, macht gar keine Fehler“ – Alfred Krupp

Kein geringerer als Google hat sich auf die Fahnen geschrieben, diese Fehlerdynamik knacken zu wollen und lobte vor einiger Zeit einen buchstäblich aus der Reihe tanzenden Preis aus: Den Penguin-Award, (übersetzt: Pinguin-Preis).

Das bedeutet, dass jeder Mitarbeiter ein Projekt vorstellen kann, welches mit Glanz und Gloria oder Pauken und Trompeten in den Untergang gesegelt – also gescheitert ist!

Anstatt nun Hohn und Spott ausgesetzt zu sein oder Häme und Schelte zu ernten, lernt man aus diesen Fehlern. Und da man den Mut besitzt, offen über das Scheitern zu sprechen und seine Fehler kommuniziert, wird man für seine Ehrlichkeit und seinen Mut mit einem Preis, nämlich dem Pinguin-Preis bedacht.

Warum Pinguin?

Tatsächlich sind Pinguine als kluge Tiere bekannt, sie legen Wert auf Sicherheit und unterstützen sich gegenseitig.

Wenn zum Beispiel die klirrend-frostigen Wintermonate in der Antarktis vorherrschen und die Sonne sich über einen längeren Zeitraum nicht zeigt, dann finden sich die Tiere bei besonderer Kälte und eisigem Wind in sogenannten „Huddles“ zusammen, dicht an dicht zusammengedrängte Gruppen.

Dabei stehen sie eng beieinander und wärmen sich gegenseitig. In der Mitte der Huddles sind die wärmsten und damit die besten Plätze, doch im Wechsel übernimmt jeder von ihnen mal die unangenehme Aufgabe, im äußeren Ring zu stehen und einen kalten Rücken zu bekommen.

Und auch bei ihrer Jagd nach Nahrung unterstützen sie sich gegenseitig: Zuerst wagt sich ein Tier als Kundschafter ins kalte Wasser und prüft, ob auch kein Raubtier, wie z. B. ein Seelöwe, im Wasser lauert. Die anderen Pinguine warten auf einer Eisscholle geduldig ab: Ist „die Luft rein“? Oder besser gesagt: Ist das Wasser rein? 🙂

Erst dann springen auch die anderen Tiere ins eiskalte Nass – auf diese Weise ist die Gemeinschaft der Pinguine geschützt. Man hilft einander. Wir Menschen können viel von den Pinguinen lernen!

Walk like a Penguin 😉

Wenn junge (aber auch ältere) Führungskräfte mutig voranschreiten, können wir durchaus in der spannenden Lage sein, eine neue und positive Fehlerkultur zu erschaffen.

Unser Arbeiten wird sich verändern, denn in einem angstfreien Umfeld, in welchem nicht nur Erfolge reflektiert, sondern auch Fehler offen besprochen, kommuniziert und analysiert werden, können Mitarbeiter regelrecht aufblühen. Aus Fehlern lernt man, aus Fehlern wird man klug.

Eine positive Fehlerkultur ist übrigens auch Teil unserer eigenen Kanzleistrategie. Deshalb verleihen wir monatlich unseren sogenannten „Failure Award“ für den größten Fail des Monats! Wir haben damit durchweg positive Erfahrungen gemacht und sind überzeugt, dass ein entspannter und konstruktiver Umgang mit Fehlern ganz entscheidend zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Fehler als elementare Voraussetzung für Erfolg

Heute wissen Hirnforscher bereits sehr genau, wie unser menschliches Gehirn funktioniert. In einem interessanten Interview mit dem Deutschlandfunk erklärt der Neurobiologe Henning Beck, dass unser Gehirn Ordnung liebt und Dinge gerne in Schablonen, Schubladen und Kästchen einsortiert und ordnet.

Ein ganz einfaches Beispiel: Wer fühlt sich in einer schön aufgeräumten Wohnung oder in einem sauberen Büro mit frisch geputzten Fenstern, geordneten Regalen und aufgeräumten Schränken nicht wohl? Das Gehirn liebt eine gewisse Ordnung – und doch arbeitet es natürlich nicht so perfekt wie ein Computer.

Unser Denkorgan macht Fehler und das wird auch in Zukunft nicht zu vermeiden sein. Es hat zwar die Ambition, alles so gut wie möglich zu tun, aber in der Realität bekommt es dieses einfach nicht hin. Wir sind und bleiben immer Menschen und können nicht verhindern, dass auch während unserer Arbeit das eine oder andere doch mal „durchrutscht“ und uns noch andere Sachen beschäftigen, z. B. Dinge rund um unser Privatleben.

Auch während intensiver Arbeit an unseren Projekten blitzen immer mal andere Gedanken auf, z. B. über Dinge, die uns gerade privat beschäftigen oder welche unsere Familie betreffen. Planungen, Gespräche vom Vortag, Geplänkel, der eine oder andere Zwist – aber auch besonders schöne Gespräche kreisen immer mal wieder durch unsere Gedanken.

Man kann sich eine gewisse Zeit lang prima auf eine Sache fokussieren, doch irgendwann wird unsere Aufmerksamkeit durch andere Gedanken fortgetragen. Dann ist es Zeit für die Pause!

Außerdem, und das sollte nicht unerwähnt bleiben, kommt es nämlich unserem Gehirn nicht darauf an, dass wir alles fehlerfrei und perfekt machen, sondern dass wir überhaupt etwas tun. Lieber etwas getan, als perfekt. „Better done than perfect“, lautet das Credo unseres Gehirns.

Durch sein fehlerhaftes Verarbeiten von Informationen will es uns nämlich dazu anregen, die Dinge auch aus anderen Perspektiven zu betrachten; um uns weiterentwickeln zu können und neue Wege zu wagen.

Und: Kippt man aus Versehen (Fehler!) seine Kaffeetasse auf dem Schreibtisch um, so wird man seinen Arbeitsplatz auf jeden Fall aus einer anderen Perspektive betrachten, nämlich von unterhalb des Tisches, mit einem Wischtuch in der Hand 😉 Okay, bei letzterem handelt es sich eher um Pech …

Dos and Don’ts

Nicht nach Schuldigen suchen! Den Mitarbeiter bloßstellen und zusammenfalten führt zu nichts. Man lässt auf diese Weise nur seinen eigenen Dampf ab und verhält sich einem anderen Menschen gegenüber sehr verletzend.

Nicht mit Konsequenzen drohen oder herabwürdigen. Ein Mitarbeiter, der sich für das Unternehmen engagiert und dort stets gern gearbeitet hat, weiß selbst, dass er einen Fauxpas begangen hat und das ist jetzt nicht mehr zu ändern.

Viel besser ist es, nach vorne zu blicken, den Fehler zu analysieren und für alles Weitere gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.

Keine Abstrafung, sondern Analyse. Wodurch (nicht durch wen!) wurde der Fehler verursacht? Wie kam es dazu? Kann der Fehler erneut auftreten? Welche Verbesserungsmöglichkeiten finden wir?

Stets positiv denken und nach vorne schauen. Wie können wir den Fehler künftig verhindern? Welche Maßnahmen können wir ergreifen, um besser gewappnet zu sein? Auch in Zukunft werden Fehler auftreten, wenngleich auch andere. Dies wird sich nicht vermeiden lassen, doch bergen Fehler auch ein enormes Potenzial für weitere Verbesserungen.

Also: Keine Angst vor Fehlern!

Wer immer nur versucht, nie etwas falsch zu machen, wird auch nichts lernen. Wer stets frei von Fehlern ist, wird nicht innovativ sein können. Denn die besten Ideen entstanden und entstehen auch heute noch immer in dem Augenblick, wenn Lösungen für ein Problem (oder einen Fehler!) gesucht werden – schon bei unseren ganz frühen Vorfahren.

Der Neurobiologe Henning Beck sagt hierzu: Wenn wir wie ein Computer versuchen würden, stets alles perfekt und fehlerfrei zu berechnen, dann wären wir nicht sehr anpassungsfähig und könnten die Welt nicht gestalten.

Und ja, unsere menschliche Spezies ist von Natur aus neugierig. Jeder von uns möchte gerne die Welt ein Stück weit verändern und schauen, was passiert!

Eine Renaissance der Neugier und das Comeback der „kindlichen Abenteuerlaune“ würde der Arbeitswelt bestimmt sehr guttun und viele Unternehmen zu neuen Horizonten führen.

Es wäre auf alle Fälle sehr fruchtbar, wenn hier ein progressiver Wandel stattfinden und der Umgang mit Fehlern nach dem Prinzip der konstruktiven Fehlerkultur behandelt würde. Und last but not least, nicht vergessen: „Irren ist menschlich.“ (Cicero)

Wir sind uns sicher, früher oder später wird sich der Trend stärker zu einer positiven Fehlerkultur entwickeln und sind schon jetzt gespannt, wie die Reise in der Arbeitswelt und in der Unternehmenskultur weitergehen wird.

Wenn Sie sich bereits mit dem Begriff Fehlerkultur auseinandergesetzt haben und MEHR zu diesem Thema erfahren möchten, dann freuen wir uns, Sie und Ihr Unternehmen bei Bedarf mit einem vertiefenden Coaching unterstützen zu dürfen.

Eine schöne und sonnige Herbstzeit wünsche wir Ihnen.

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