Work-Life-Blending

 In Trends

Der Arbeit-Freizeit-Shake in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen

Es ist noch gar nicht so lange her, da begegnete man recht häufig der Bezeichnung „Work-Life-Balance“. Mittlerweile wird dieser Begriff durch ein ähnlich klingendes Modewort ersetzt, nämlich dem „Work-Life-Blending“.

Trotz einer gewissen phonetischen Ähnlichkeit geht die Bedeutung beider Begriffe in komplett unterschiedliche Richtungen, steht Work-Life-Balance für eine zwar flexible, jedoch klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit, so verschwindet im Work-Life-Blending diese Trennung gänzlich, Privat- und Berufsleben erfahren eine Verschmelzung – festgelegte Arbeitszeiten gibt es nicht mehr, sondern sie werden ersetzt durch eine  Vertrauensarbeitszeit bzw. Deadline, wann die Arbeit fertiggestellt sein muss.

Diesen Trend zum fließenden Übergang kann man bereits in vielen Branchen finden, entwickelt hat sich dabei ein neues und überaus interessantes Arbeitsmodell.

Au revoir Work-Life-Balance, bon jour Work-Life-Blending

Die Work-Life-Balance ist den meisten von uns ein geläufiger Begriff und steht für das Bestreben, Arbeitsleben und Privatleben (voneinander getrennt) miteinander in Einklang zu bringen – beides harmonisch ausbalanciert und einander die Waage haltend.

Kein Part sollte zu kurz kommen. Die Arbeit geht aber nicht mehr vor, private Zeit hat den gleichen Stellenwert wie die Zeit am Arbeitsplatz, beide Zeiteinheiten sind klar voneinander getrennt. Auf diese Weise generiert man Zufriedenheit, einhergehend mit Wohlbefinden und einer daraus resultierenden stabileren Gesundheit – physisch als auch psychisch.

Durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung in allen Lebensbereichen kristallisiert sich in der Arbeitswelt nun eine spannende Neuerung heraus: Berufliches und Privates werden kumulativ miteinander vermischt und greifen nahtlos ineinander über, entstanden ist damit das Work-Life-Blending. [engl. blending = die Vermischung, das Vermischen, das Mischen]

Geschüttelt, nicht gerührt

Work-Life-Blending steht für den Mix von Arbeit und Freizeit. In vielen Jobs erscheint es heute nicht mehr wichtig, in welchem Zeitfenster und an welchem Ort eine Arbeit erledigt wird, sondern lediglich, dass sie innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens bzw. in der Vertrauensarbeitszeit erledigt wird.

Der Mitarbeiter kann sich somit die Zeit für seine Arbeit freier einteilen und entscheidet selbst, ob die zu bearbeitenden Aufgaben morgens, nachmittags oder abends oder zwischendrin erledigt werden.

Die Zeiten gehen grenzenlos ineinander über, die bisherige Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit verwischt. Via Work-Life-Blending werden geregelte Dienstzeiten und fest gelegte Arbeitsplätze in vielen Branchen peu à peu zu antiquierten Fossilien und weichen der neuen und offenbar gewünschten Flexibilisierung.

Nur ein Beispiel – anstatt morgens bei schönem Wetter die Stunden im Büro bei künstlichem Neonlicht zu verbringen, nutzt man die Sonnenstunden dafür, um Vitamin D3 zu tanken, z. B. bei Sport, Outdoor-Aktivitäten oder ähnlichem. Gearbeitet wird dann ab Mittag oder Nachmittag – Hauptsache, die Arbeit ist bis Mitternacht erledigt.

So kann also Dienstliches zuhause im Zeitrahmen eines bis dato „regulären Feierabend“ getätigt werden, gleichzeitig ist es dafür möglich, sich ohne schlechtes Gewissen während der regulären Arbeitszeit um Privatangelegenheiten zu kümmern.

Die Zeit wird „benutzerfreundliche“ und als kostbare Ressource verwendet – vor einigen Jahrzehnten noch völlig undenkbar, wenngleich bei vielen Arbeitnehmern bereits damals schon als Wunsch vorhanden, insbesondere dann, wenn es in manchen Zeitabschnitten wenig bis gar nichts zu tun gab und wertvolle Zeit unproduktiv durch reine Anwesenheit/Präsenz abgesessen wurde.

Weder Unternehmen noch Arbeitnehmer hatten einen Mehrwert davon, denn in dieser Zeit hätte man auch für den Tagesbedarf einkaufen oder einen Arztbesuch oder Behördengang erledigen können sowie sich um die Belange seine Familie kümmern.

Erinnert man sich noch an den Arbeitsalltag seiner Eltern und Großeltern, dann war dies genau so: Arbeitsbeginn pünktlich um 8 Uhr oder noch früher, Feierabend 16:30 Uhr.

Gearbeitet wurde vornehmlich von Montag bis Freitag, nach Feierabend und am Wochenende machte man es sich zuhause gemütlich, legte die Füße hoch und verbrachte in nur diesem Zeitfenster seine Zeit mit Familie und Freunden … Generation Baby-Boomer wie auch Generation Z arbeiteten zu festen Arbeitszeiten, Dienst war Dienst und „Schnaps war Schnaps“, wie man zeitgenössisch so schön sagte 😉

Während der Arbeitszeit wurde nichts Privates erledigt, dafür fiel zum Feierabend der Hammer, nach Dienstschluss war Schicht im Schacht, das Tagwerk war vollbracht, man ging nach Hause und schaltete ab. Nichts mehr sehen und nichts mehr hören von der Arbeit …

Die jüngere Generation Y, die das durch ihre Eltern so gewöhnt war, stellte dieses starre Modell allerdings kritisch infrage, wie überhaupt alles!

Man wollte weder diese starren Arbeitszeiten, noch die klassisch vorgelebte Rollenverteilung der typischen Baby-Boomer oder Generation-X übernehmen, als Väter zur Arbeit gingen und Mütter in der Rolle der Hausfrau ihren Aufgaben nachgingen.

Das klassische Rollenmodell avancierte bald zum Auslaufmodell und entfiel schließlich fast gänzlich. Väter wie Mütter sind heute in der Regel beide berufstätig, sie teilen sich Arbeiten im häuslichen Bereich und genießen die private Zeit mit ihren Kindern, mit ihnen wollen sie reale Zeit verbringen, sie haben Freude an ihnen und möchten sie durch die Kindheit begleiten sowie ausgiebig daran teilhaben.

Unternehmen mussten also reagieren und umdenken, um Mitarbeiter zu finden und somit wettbewerbsfähig zu bleiben, das konservative Arbeitsmodell wird stetig abgelöst und findet seltener Anwendung.

Entstanden ist somit erst die Work-Life-Balance, die jedoch gerade Stück für Stück vom Work-Life-Blending abgelöst wird, was bedeutet: Ständige Erreichbarkeit via Handy oder per Home-Office lässt auch die letzte Grenze zwischen Arbeits- und Privatleben verschwinden; die Zeiten werden bildlich gesehen in einen Mixer (Blender) zu einem einzigen Cocktail vermischt, der manchen ausgezeichnet schmeckt – anderen dafür wiederum weniger …

Wie kommt das? Zuerst einmal ist der Mensch ein Gewohnheitstier und lebt am liebsten das, was er bereits kennt. „Neumodisches Zeug“ wird von den Älteren gern erst einmal misstrauisch beäugt, obwohl es sich am Ende meistens doch durchsetzt 😉

Werden die Zeitgrenzen nun fließender, so bedeutet das, dass ein Mitarbeiter auch am Wochenende oder am späten Abend für Kollegen und Kunden erreichbar ist und Aufträge/Anliegen bearbeitet, recherchiert oder z. B. Datenbanken pflegt.

Damit ist jetzt nicht die klassische „Bereitschaft“ oder der „Havarie-Dienst“ gemeint, wenn man sich an einem Sonntagmorgen mit Bravour erfolgreich aus seiner eigenen Wohnung ausgesperrt hat oder Strom und Heizung ausgefallen sind.

Gemeint ist damit, dass ein Teil der täglichen „normalen“ Arbeit auch spätabends oder am Wochenende im Home-Office erledigt wird und zum Ausgleich dafür private Dinge auch während einer normalen regulären Arbeitszeit erledigt werden können, z. B. sich seinen privaten Interessen oder seinen Kindern zuwenden.

Man arbeitet, bis die Kinder aus Kita oder Schule kommen, widmet sich dem gemeinsamen Nachmittag und Abend, isst zusammen, liest Gute-Nacht-Geschichten vor und setzt die Arbeit einfach fort, wenn die Kinder zu Bett gegangen sind.

Das bedeutet auf den ersten Blick viel mehr Freiheit in der Lebensgestaltung und weniger Zeitdruck – die gnadenlose Stempeluhr wird man irgendwann nur noch als Relikt im Museum bestaunen. Work-Life-Blending – ein Erfolgsmodell der Zukunft?

Kurz erklärt

Die sogenannten Baby-Boomer wurden in Deutschland ungefähr zwischen 1950 und 1965 geboren, es war die Generation der geburtenstarken Jahrgänge – diese Phase endete mit dem sog. „Pillenknick“.

Berufliche Lebensläufe waren in der Regel sehr geradlinig, man ging meist in einem Unternehmen in die Lehre, blieb im gleichen Betrieb bis zur Rente und fühlte sich im Leben recht sicher. Man wusste, wo man stand und konnte darauf aufbauen („Mein Haus, meine Familie, mein VW-Käfer, mein Garten!“)

Der Begriff von Generation X geht auf den ungarisch-US-amerikanischen Fotografen Robert Capa zurück, der ihn in den 50ern prägte und in einer Foto-Reportage über junge Leute gebrauchte, die nach Ende des zweiten Weltkrieges heranwuchsen.

1953 erschien seine Reportage im englischen Magazin Picture Post. Gen X wurde zwischen 1965 und 1980 geboren. Auch hier war der Lebenslauf noch recht gradlinig, man war materialistisch eingestellt und arbeitete, um sich etwas aufzubauen („Mein Haus, meine Familie, mein VW-Golf, mein Garten!“)

Generation Y (Gen Y oder Millenials) nennt man die Generation, welche im Zeitabschnitt der frühen Achtziger bis in die frühen 2000er Jahre geboren wurde, also zur Jahrtausendwende.

Dieser Generation gehört die Gruppe „Digital Natives 1.0“ an, Teletext und das Internet kamen auf, das Leben wurde nach und nach virtuell, Super-Mario eroberte die Herzen und die Welt 😉 Handys waren noch monophon und hatten zu Beginn eine herausziehbare Antenne und das Format eines Backsteins, doch die Technik entwickelte sich rasant, Computer wurden immer kleiner, Festplatten immer größer.

Gen Y legt auf Prestige weniger Wert (Meine Stadtwohnung, meine Familie, mein sparsamer Kleinwagen, mein Balkon!).

Generation Z, geboren ab 1999 – Digital Natives 2.0 – Gen Z könnte man als „Generation Selfie“ bezeichnen, ihre Vertreter sind mit WWW, SMS, Smartphone und Tablet aufgewachsen, viele benutzten diese Technik bereits im Windelalter.

Gen Z tendiert wieder mehr „back to the roots“ und wünscht eine klarere Abgrenzung von Arbeitszeit und Freizeit. Mehr Urlaubszeit ist vielen wichtiger als mehr Geld. (Mein Smartphone, mein Facebook, meine Freizeit, meine Games!)

Gen Z ist im Allgemeinen recht verspielt und chillig, wird spät erwachsen und sammelt Lebenserfahrung erst viel später als noch X. Z hat außerdem kein Problem damit, auch noch zwanzigjährig mit den Eltern in den Urlaub zu fahren, denn die Eltern waren in der Regel nicht autoritär.

Gen Z ist stets vernetzt, viele Entscheidungen trifft man nicht aus dem Bauch heraus oder eigenständig, sondern erst nach einem ausgiebigem Schnack mit seinen Freunden per WhatsApp.

Die Arbeit im Laufe der Generationen

Generation Y [ausgesprochen „why“ = englisch für warum] hinterfragt fast alles. „Warum schaden manche Unternehmen der Umwelt, gibt es keine umweltverträglichen Alternativen?“ „Warum sollte Familie und Karriere nicht vereinbar sein, wenn Unternehmen die dafür entsprechenden Arbeitsplatzmodelle anbieten? Und überhaupt, warum tun sie das nicht?“

Y legt in der Regel weitaus weniger Wert auf Status und Prestige, als Generation X dies noch getan hat. Lebenszeit im Kreis von Freunden und Familie ist sehr wichtig, hat man selbst eine Familie zu versorgen, so arbeiten in der Regel beide Eltern, möchten sich aber die Zeit so einteilen können, dass die Kinder keinesfalls zu kurz kommen.

Vom Arbeitgeber erwartet Generation Y, dass er sich neuen Wegen öffnet, die Arbeit reformiert und sich auf die Ansprüche von Gen Y einstellt.

Verkrustete Strukturen sollen einer familien- und lebensfreundlichen Flexibilität weichen, man möchte flexibel arbeiten und selbstbestimmter leben. Autoritäten werden infrage gestellt, cholerische Chefs haben wenig Chancen, Mitarbeiter zu binden. Kollegiales Verhalten sowie persönliche Entwicklung rangieren auf Platz 1. Hält ein Unternehmen aus Tradition an einem starren Modell fest, wird sich Y sich kurzerhand einfach einen neuen Job suchen.

Nicht der Arbeitnehmer ist austauschbar, sondern das Unternehmen. Y profitiert vom demografischen Wandel und seiner eigenen Knappheit 😉

Y hat es zudem viel besser als X oder die Baby-Boomer, denn Y erfuhr in der Regel von den Eltern sehr viel Förderung und eine ausgesprochen liebevolle Zuwendung. Die Eltern interessierten sich verstärkt für sie, es wurde viel mit ihnen gespielt, ihre Wünsche wurden erfüllt und sie konnten sich freier entfalten und verwirklichen.

Diesen Habitus bringen sie ins Arbeitsleben mit, von ihren Arbeitgebern erwarten sie Interesse, Mitsprache, Feedback und Fürsorge.

Generation Y hat den Vorteil, dass sie, wie schon oben angesprochen, in der Masse weniger sind als noch Generation X.

Gab es in der Jugend von X einen Lehrstellenmangel und lief man sich die Hacken nach einem Ausbildungsplatz ab, so bleiben unter Y viele Ausbildungsplätze unbesetzt; Handwerk, Dienstleistung und Gastronomie/Hotellerie z. B. suchen händeringend Nachwuchs, finden aber kaum welchen, denn in diesem Bereich werden die Arbeitszeiten als unattraktiv erachtet.

Viele Unternehmen beklagen einen Fachkräftemangel nicht erst seit gestern, hinzu gesellt sich noch, dass immer mehr Vertreter der geburtenstarken Jahrgänge aus den Sechzigern und Siebzigern in Rente gehen.

Generation Y wird somit aufgrund des demografischen Wandels aller Wahrscheinlichkeit nach ihre persönlichen Vorstellungen in der Arbeitswelt durchsetzen können – da es eben nicht so viele von ihnen gibt.

Finden Wünsche nach bestimmten Arbeitszeitmodellen Berücksichtigung, so findet man in Y äußerst gewissenhafte und loyale Mitarbeiter. Fühlen sie sich in einem Unternehmen jedoch nicht (mehr) wohl (z. B. wenn ein Unternehmen zwar mit „Life-Work-Balance“ oder „flachen Hierarchien“ wirbt, sich aber im Alltag nicht daran hält), dann verlassen Vertreter von Y das Unternehmen – und suchen sich einen Arbeitgeber mit passenden Parametern.

Es ist völlig spannend und wir dürfen gespannt bleiben! Betrachtet man sich die Entwicklung der Arbeitswelt im Laufe der Jahre und Jahrzehnte, so hat sich sehr vieles verändert und der stetige Wandel ist weiterhin voll im Gange. Nach Y kommt Z, jetzt betritt Generation Z die Bühne und mischt die Arbeitsstrukturen von Neuem auf …

Z – Selbstbewusstsein pur

Generation Z hat Studium und Ausbildung abgeschlossen und dockt nun auf dem Arbeitsmarkt an. Nicht zaghaft und schon gar als Supplikanten!

Haben sich unsere Urgroßeltern und Großeltern selbst in der Rolle des Arbeitnehmers eher als „Bittsteller“ anstatt als Vertragspartner beim Chef empfunden und die damalige Hierarchie akzeptiert, so ist Generation Z mit einem enormen Selbstbewusstsein ausgestattet, lässt sich kein X für ein U vormachen und ist, wenn überhaupt, in sehr flachen Hierarchien zuhause.

Man kommuniziert viel unbefangener, gibt sich unbesorgt, fühlt sich nicht an ein Unternehmen gebunden und sucht sich im Zweifelsfall, wenn es Konflikte geben sollte, einfach fix einen neuen Job, gern auch im Ausland.

Gen Z steht die Welt offen, und das wissen ihre Vertreter auch ganz genau. Sie bringen alternative Vorstellungen mit und erwarten von ihrem Arbeitsplatz etwas ganz anderes, als noch ihre Vorgänger. Viele Personaler wissen darum und haben begonnen, umzudenken – um neue Arbeitskräfte für ihr Unternehmen zu gewinnen und längerfristig binden.

X, Y gelöst

In der Vergangenheit machten viele Arbeitgeber die Erfahrung, dass die Generationen X und Y bereits sehr unterschiedlich in Verhalten und Wertvorstellungen sind.

Galt Generation X noch als ambitioniert, ehrgeizig, dem Arbeitgeber gegenüber sehr loyal und gleichzeitig materialistisch, so kam Generation Y digital nativ, technikbegeistert, idealistisch und mehr „ichbezogen“ daher. Gleichzeitig sah man sich mit seinem Arbeitgeber weniger verbunden und hatte weniger Angst vor einem Jobwechsel.

Generation Z – womit können Unternehmen rechnen?

Vertreter der „Gen Z“ bringen wiederum ganz andere Vorstellungen und Werte mit, sie haben, verglichen mit den Generationen davor, wiederum völlig andere Erwartungen an ihre Arbeitswelt und stellen damit Unternehmen und Betriebe vor echte Herausforderungen, welche den Unternehmen jedoch gleichzeitig auch neue Chancen bieten.

Die Generation Z zählt zu den Digital Natives 2.0, die jungen Leute sind als Teil einer selbstverständlichen digitalen Welt aufgewachsen und bestens in der Lage, große Mengen an digitalen Informationen zu verarbeiten und vortrefflich für sich zu nutzen. W-LAN wird allerorts erwartet und vorausgesetzt, mit Informationen versorgt man sich in Sekunden per Mausklick oder Touchscreen.

Als Teil einer 24/7 vernetzten Online-Community ist Gen Z sozusagen immer online, virtuelle Freundschaften (z. B. via Facebook) haben den gleichen Stellenwert wie persönliche Kontakte, eine Trennung zwischen realer und virtueller Welt gibt fast gar nicht mehr. Facebook, Twitter, WhatsApp und Blogs sind fester Bestandteil des Alltags und stets per Smartphone erreichbar.

Man setzt Vernetzung als selbstverständlich voraus und sieht digitale Technik als Erweiterung der eigenen Person. Werden Informationen benötigt, egal zu welchem Thema, hilft „Tante Google“ in Windeseile weiter. Generation Z braucht im Prinzip niemanden mehr zu fragen, ist selbstbewusst und weiß ganz genau, welche Möglichkeiten ihr offenstehen – im Netz wird alles beantwortet!

Zum besseren Verständnis: Generation Z bringt andere Erwartungen mit. Sahen sich die früheren Baby-Boomer noch als „einer unter vielen“, so wuchs Gen Z mit einem völlig anderen Wertemuster auf.

Die Kinder wurden als freie Individuen gesehen, sie standen im Mittelpunkt und wurden gleichberechtigt in familiäre Entscheidungen mit einbezogen. Diese Erwartungen integrieren sie in ihr Berufsleben, natürlich unter Verwendung aller modernen technischen Standards, mit dem Ziel einer optimalen Mischung aus Arbeit und Freizeit.

Der Arbeitgeber selbst verliert an Relevanz, erst recht, wenn er an alten Strukturen festhält und nicht erkennt, dass Gen Z schlicht und ergreifend anders motiviert werden muss. Generation Z braucht nicht unbedingt ein immenses Gehalt, sie möchte eher Zeit finden, das verdiente Geld auch auszugeben, z. B. für Reisen, Games und Technik.

Ideal wären eine 20 -30-Stunden-Woche, gutes Betriebsklima, ein Arbeitsplatz im Home-Office mit Raum zur Selbstverwirklichung sowie ganz viel Spaß an der Arbeit.

Für Unternehmen bedeutet dies Veränderung; Akzeptanz, also damit umgehen – oder im worst case kein Personal. Für Generation Z ist digitale Welt quasi ihr Zuhause. Sie diskutieren online, tauschen sich aus und hinterfragen noch mehr, als Gen Y davor.

Sie bewerten, teilen und tauschen Unzufriedenheit (auch über Arbeitgeber!) auf sozialen Plattformen aus und nutzen Bewertungsportale wie Kununu oder glassdoor, um sich über einen potenziellen Arbeitgeber überhaupt erst einmal vorab zu informieren. Sieht das Firmenprofil nicht gut aus, gibt es keine Bewerbung.

Für Generation Y haben sich viele Annehmlichkeiten erst nach und nach durchgesetzt: Gleitende und flexiblere Arbeitszeiten, mehr Rücksicht auf Freizeit und Familienleben; sehr spät hat man bemerkt, dass eine neue Sichtweise in der Chef-Etage unumgänglich ist.

Für Generation Z werden Unternehmen noch weiter umdenken müssen, erst recht, wenn in den kommenden Jahren aus diesen Jahrgängen Führungskräfte benötigt und gesucht werden …

Was wünscht sich Generation Z?

Bestimmte Eigenschaften wie der Wunsch nach Sicherheit sind seit Ewigkeiten im Menschen fest verankert und Teil seiner Biologie. So möchte man sich frei entfalten und wünscht sich aber dennoch einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Auch Generation Z sorgt sich um die Zukunft und wird aller Voraussicht keine so hohen Vergütungen erwarten können, wie die Generationen davor, das macht es zudem noch einfacher, sich nicht an ein Unternehmen zu binden. Gleichzeitig sehnt sich diese Generation nach geregelten Arbeitszeiten, unbefristeten Arbeitsverträgen und Strukturen, die klar definiert sind.

Des Weiteren können sich viele nicht wirklich vorstellen, als Führungskräfte zu arbeiten. Die damit einhergehende Verantwortung erscheint zu hoch, gleichzeitig wird Freizeit als wichtiger gewertet.

Generation Z stellt das klassische Arbeitsmodell mit starrer Zuweisung des Arbeitsplatzes in einem Büro zunehmend infrage, bevorzugt werden Homo-Office oder Co-Working-Space, da man viele Dinge, z. B. das Schreiben von Web-Content oder Webentwicklung, auch prima von zuhause erledigen kann.

Generation Z ist geistig sehr rege und braucht unbedingt Abwechselung im Arbeitsleben. Ein digitalisierter Arbeitsplatz mit Social-Media-Zugang ist Grundvoraussetzung!

Der Arbeitsmarkt öffnet sich für neue Ideen nur recht zögerlich und zeigt sich an vielen Stellen noch sehr konservativ. So beharren einige Unternehmen immer noch darauf, dass junge Menschen formbar sind und sich nach dem Bedarf des Unternehmens entwickeln.

Was für die Baby-Boomer selbstverständlich gewesen ist („Lehrjahre sind keine Herrenjahre“), ist für Gen Z nicht mehr akzeptabel. Um eine Neustrukturierungen wird kein Unternehmen herumkommen.

Gerade Vertretern der älteren Generation X erscheint es ziemlich anmaßend, wenn sich junge Bewerber der Gen Z bereits im Vorstellungsgespräch erkundigen, wie es mit Flexibilität und Work-Life-Balance aussieht oder ob das Unternehmen gute Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Gen Z ist selbstbewusst und fordert die für sie passenden Rahmenbedingungen sowie das in ihren Augen dazugehörige interessante Aufgabengebiet ein. Können sich Unternehmen nicht mit der Änderung ihrer Parameter in diesem Bereich anfreunden, wird es für sie zukünftig immer schwieriger werden, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

Der Arbeitsalltag ändert sich zunehmend und immer weniger Menschen verschreiben ihr Leben in dem Maße der Arbeit, wie noch Baby-Boomer oder Generation X. Der Privatbereich spielt eine immer wichtigere Rolle, die Welt wächst jeden Tag ein Stück mehr zusammen und wird damit im Grunde genommen immer kleiner.

Über das Wochenende mal schnell auf die Kanaren oder nach New York fliegen ist heute keine Seltenheit mehr, Generation Z lebt nicht, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben.

Schattenseite „Ständige Erreichbarkeit“

Ein wachsendes Problem ist die heutige ständige Erreichbarkeit, viele Arbeitnehmer fühlen sich ihr auf Schritt und Tritt ausgesetzt und überfordert. Die Gedanken kreisen stets um die Arbeit, abschalten, „Akku aufladen“ und erholen werden durch Work-Life-Blending schwieriger. Ständige Erreichbarkeit bedeutet für viele auch „ständige Verfügbarkeit“ …

Viele Arbeitnehmer der älteren Generationen sind davon nicht überzeugt und Generation Z möchte trotz Digitalisierung wieder „back to the roots“ und somit wieder ein bisschen weg von den Werten der Gen Y, die ja in der Regel die Eltern von Gen Z sind.

Man möchte nach Feierabend seine Gedanken und seine Zeit für sich haben – und seinen Kopf frei für eigene Angelegenheiten – ohne Gefahr zu laufen, dass sich das Unternehmen für ein Skype-Meeting meldet oder ein CEO zu verschiedenen Arbeitsvorgängen noch etwas wissen möchte.

Trotzdem bleibt die Tendenz steigend, denn die heute mitten im Arbeitsleben stehende Generation Y ist Work-Life-Blending keinesfalls abgeneigt, im Gegenteil!

Digitalisierung und Vernetzung über das Internet sind der Motor, der ein Work-Life-Blending ermöglicht. Und warum unbedingt starr präsent bis zum Feierabend im Büro anwesend bleiben, wenn man viele Aufgaben auch im eigenen Home-Office ausführen kann, z. B. am Abend, wenn die Kinder in ihren Betten liegen und selig schlummern? Im TV kommt sowieso nichts 😉

Der Trend Work-Life-Blending wird momentan wechselseitig durch Unternehmen, Arbeitnehmer und Bewerber angekurbelt, moderne Arbeitnehmer möchten heute in der Regel keine vollen 40 Stunden pro Woche im Unternehmen zubringen, erst recht nicht, wenn man Familie hat und bestimmte Arbeitsvorgänge ebenso gut zuhause bearbeiten kann.

Stellenangebote werden heute als besonders attraktiv erachtet, wenn sie Home-Office oder Vertrauensarbeitszeiten in Aussicht stellen. Geht im Stellenangebot daraus nichts hervor, wird nachgefragt …

Viele Mitarbeiter können durch Work-Life-Blending als spezieller Benefit motiviert werden: Ist ein Mitarbeiter mit seinen Arbeitsbedingungen zufrieden, so steigert das die Leistungsbereitschaft und führt somit natürlich zu besseren Arbeits-Ergebnissen und weniger Krankheitsausfällen, was am Ende dem Unternehmen zugutekommt und wovon es nicht zuletzt auch profitiert.

Work-Life-Blending ist also auf dem Vormarsch, doch wohin genau sich der Trend entwickelt, wird man erst sagen können, wenn Generation Z mit beiden Beinen fest im Arbeitsleben steht und seine Ansichten von Arbeit und Freizeit vorstellt und kommuniziert. Wir dürfen gespannt bleiben!

Erfahren Sie mehr über die richtige Vorgehensweise im Recruiting mit den verschiedenen Generationen. Wenn Sie das Thema interessiert und/oder Sie gerade im Begriff sind, die bisherige Strategie zur Gewinnung neuer Mitarbeiter für Ihr Unternehmen zu reformieren, dann kontaktieren Sie uns.

Wir haben uns mit dieser spannenden Materie eingehend beschäftigt und können Ihnen hierzu ein maßgeschneidertes Coaching anbieten, welches Ihnen dabei hilft, Gen Y und Gen Z mit ihren spezifischen Bedürfnissen zu verstehen und für Ihr Unternehmen dauerhaft „ins Boot zu holen“.

Bis zum nächsten Mal und bis dahin alles Gute 🙂

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